Hoffnung III

du sollst

dir kein Bildnis machen

und doch

macht mein Herz

sich Bild um Bild um Bild

von dir von morgen und

übermorgen

 

das Heute ist ja schon

Geschichte und so

liegt alle Hoffnung

im Morgen

im neuen Tag

der sicher kommt

zum Heute wird

sich über meine Bilder

schiebt

 

und wieder

liegt alle Hoffnung

im Morgen

im neuen Tag

der sicher kommt

zum Heute wird

dann mache ich mir

Bild um Bild um Bild

vom  neuen Morgen

dem neuen Tag

der sicher kommt

zum Heute wird

sich über meine Bilder

schiebt

 

 

Elf Monde

die Tage haben sich zu

Wochen gestapelt zu Monaten

aufgetürmt zwischen uns

liegen die Schichten der Zeit

Schicht um Schicht um

Schicht sah ich dich weniger

sah ich dich

verschwinden

jetzt vergrabe ich meine Sehnsucht

darin und die Erinnerung

 

und doch ist die Spur

die du in mir gegraben hast so

tief dass ich ihr folgen kann

blind und tastend

durch die Schichten der Zeit

zurück in meinen Traum

 

Herbst da draußen

Nebel verschluckt die Straßen
stülpt sich über das Land es
wird Herbst da draußen es
wird kälter da draußen
und in mir

leuchten Teppiche
gewebt aus goldnen Blättern
ich höre
meine Spur und folge ihr
in den kalten Winter

in der Nacht stehe ich
im Nebel und
halte meinen Schmerz
fest halte ihn wie ein Kind
das man trösten muss
so feucht der Nebel Tropfen
sammeln sich im Haar

am seidenen Faden hängt das Jahr
macht Platz den andren Zeiten
und den neuen Hoffnungen

Ich will nicht gehen
nicht durch diese Tür
in dieses Haus nicht
in dieses Zimmer ich leg mich
nicht in dieses Bett ich
fürchte mich vor meinen Träumen
allein mit diesem Schmerz
den ich halten muss wie
ein Kind das getröstet werden will

Meine Reise

Du bist mein
unbekanntes Land das ich
lange nicht bereiste
Die Mauern stehen so hoch

Berge deren Gipfel
In der Sonne schimmern
wie goldene Zitadellen
dunkle Schluchten
die ihre Geheimnisse bewahren
im staubschwarzen Stein
blaugrünglänzende Fluten
zu deren Grund kein Lichtstrahl
dringt dort
habe ich mein Herz vergraben

auf der Karte meines
Lebens zeichne ich den Weg
zu dir ich gehe
am Tag und in der Nacht
zähle nicht die Stunden ich
trage die Zeit auf meinen
Schultern habe sie aufgetürmt
auf meinem Kopf
es tut nicht weh

ich gehe
langsam gehe Schritt für
Schritt für Schritt bis
ich angekommen
bin

Sehnsucht

Ich kannte deinen Namen
nicht und doch
schrieb ich ihn
Nacht für Nacht an den
Himmel den einen
ewigen Traum
von dieser Liebe

habe dich gesucht bin
gereist durch Raum und
Zeit und dann
warst du da

deine Augen
deine Stimme deine
Stimme die Worte
habe ich gesammelt mich eingehüllt
in meine Sehnsucht und dann
warst du da

jetzt
halte ich den Atem an
vor Glück

Sehnsucht

Ich türme die Stunden
zu Tagen trage
all die Kilometer die uns
trennen
auf meinen Schultern jeden
Tag jeden
Tag jede Stunde jede
Minute

Ich sitze in
dieser Kugel aus Sehnsucht
abgeschnitten
von der Welt
hab sie
angezogen wie
meine zweite Haut sie klebt
klebt an mir
diese Sehnsucht
lässt mich nicht
los

Ich esse
nicht ich
schlafe nicht
ich atme
diese Sehnsucht ein
und aus und
ein und
aus

bis ich
dich
spüren kann

Suche

Ich suche dich
im fallenden Regen vor meinem
Fenster im schwarzen Asphalt
in dessen glänzendem Spiegel
der Mond sich dreht

ich suche dich
im tosenden Nordwind
in den Wolken in diesem Himmel
der so schwarz ist wie
die Traurigkeit in mir

Ich suche dich
im Echo deiner Hände
auf meiner Haut in jedem Ton
der in mir schwingt und
das Lied meiner Liebe erzählt

Am Ende
ganz am Ende finde ich
dich in mir
in meinem Herzen
bette deinen Kopf
in meinen Schoß und
halte dich

Schmerz

Diese wunde Stelle in
mir sie schmerzt
wieder und wieder kaum
dass dünner Schorf
sie bedeckt
kommt einer und
reißt sie wieder und wieder auf

ich verlor meine
Sprache suchte das
Wortmeer tauchen wollte ich mich
verlieren in meinen Bildern
und taumelte nur
doch dann
kamst du

Da schrieb der Stift
von ganz allein ich konnte
deine blauen Augen in den Himmel
malen und mein Glück

auch du
hast mir den dünnen Schorf
abgerissen
jetzt halte ich mein Herz
wieder in der Hand und
schaue mich nicht um
nach dir

die Sterne folgen mir

In der Nacht singe ich

das Lied meiner Sehnsucht wandere

allein über die Milchstraße die Sterne

die Sterne folgen mir

irgendwo da draußen

bist du spielt der Wind

mit deinem weichen Haar

schimmern deine Augen

wie der Himmel des nahenden Tages

blau tiefstes blau

 

ich strecke mich aus

nach dir und singe

singe das Lied

meiner Sehnsucht die Sterne

die Sterne folgen mir

 

die kommenden Tage

ein kalter Wintertag licht
blauer Milchglashimmel die Sonne
wärmt das Fensterglas ich lausche
den Vögeln die
vom nahenden Frühling zwitschern
von der Sehnsucht nach
den kommenden Tagen

ich schreibe meine Gedanken
in die Luft für all die
Ungeborenen für die nackten
Seelen und die Vögel zwitschern
von den kommenden Tagen

die Zeit eilt durch die
Straßen die Jahre
verschwinden doch bleibt
die Sehnsucht nach
den kommenden Tagen

und wieder ein Tag und
wieder und wieder
die Vögel zwitschern
von den kommenden Tagen

und wieder ein Winter ein Frühling
ein Jahr ein Tag die Sehnsucht
nach den kommenden Tagen