die kommenden Tage

ein kalter Wintertag licht
blauer Milchglashimmel die Sonne
wärmt das Fensterglas ich lausche
den Vögeln die
vom nahenden Frühling zwitschern
von der Sehnsucht nach
den kommenden Tagen

ich schreibe meine Gedanken
in die Luft für all die
Ungeborenen für die nackten
Seelen und die Vögel zwitschern
von den kommenden Tagen

die Zeit eilt durch die
Straßen die Jahre
verschwinden doch bleibt
die Sehnsucht nach
den kommenden Tagen

und wieder ein Tag und
wieder und wieder
die Vögel zwitschern
von den kommenden Tagen

und wieder ein Winter ein Frühling
ein Jahr ein Tag die Sehnsucht
nach den kommenden Tagen

Erste Sonne II

Endlich

riecht die Luft

nach Frühling erste Sonne

stiehlt sich durch die

Schleier der schwarzweiße

Kater schnuppert an der

Tür ins Blaue

 

Schneekristalle

auf dem Blumenbeet die letzen

Reste schmilzt die Sonne krachend

fallen sie

vom Dach doch der Winter

der Winter lacht uns

ins Gesicht die Nasen rot

treten wir

frierend auf der Stelle

Stadt Winter

Die Luft

riecht nach

Laub klebt nass an

Sohlen und doch

ahne ich in den kahlen

Ästen den leisen Duft

von Schnee

Er mag

sie nicht die öden

Paläste die

sich aufblähn wie

Türme will nicht

enden im grauen

Matsch der Straßen

Schneefallgrenze oberhalb

achthundert Meter

Gut so

Es wird Herbst

ich schlage
den Kragen hoch und
ziehe den Kopf
ein doch ich
friere schon

du kommst
nicht mehr sagst
du und ich
glaube dir
nicht
der Sommer war lang und
heiß wir brannten
uns Löcher in die Seele
Jetzt lecken wir
unsere Wunden und
heilen sie
nicht

Wenn du fort
bist schimmert mich
die Freiheit an
aber es wird schon
kälter und jetzt
bist du
nicht da
und zündest mich an