der Wald ist weiß

der Wald ist weiß

der Himmel schwer vom Nebel

der Garten stumm

die letzte Rose starr

 

die Stadt ist still

ich folge meinem Atem

hab deinen Duft

noch immer auf der Haut

ich geh wie du

seit tausenden von Jahren

geh mit geschlossnen Augen

suchend durch die Zeit

 

doch spür ich meine Narben

und die Wunden

die alten Wunden tun mir weh

der größte Schmerz ist immer noch

die Lüge

die Lüge die das Recht auf Wahrheit stiehlt

ich halt mein Herz

und  es ist voller Liebe

doch ich bin voller Furcht

auf und davon

 

 

 

Herbst da draußen

Nebel verschluckt die Straßen
stülpt sich über das Land es
wird Herbst da draußen es
wird kälter da draußen
und in mir

leuchten Teppiche
gewebt aus goldnen Blättern
ich höre
meine Spur und folge ihr
in den kalten Winter

in der Nacht stehe ich
im Nebel und
halte meinen Schmerz
fest halte ihn wie ein Kind
das man trösten muss
so feucht der Nebel Tropfen
sammeln sich im Haar

am seidenen Faden hängt das Jahr
macht Platz den andren Zeiten
und den neuen Hoffnungen

Ich will nicht gehen
nicht durch diese Tür
in dieses Haus nicht
in dieses Zimmer ich leg mich
nicht in dieses Bett ich
fürchte mich vor meinen Träumen
allein mit diesem Schmerz
den ich halten muss wie
ein Kind das getröstet werden will

Schmerz

Diese wunde Stelle in
mir sie schmerzt
wieder und wieder kaum
dass dünner Schorf
sie bedeckt
kommt einer und
reißt sie wieder und wieder auf

ich verlor meine
Sprache suchte das
Wortmeer tauchen wollte ich mich
verlieren in meinen Bildern
und taumelte nur
doch dann
kamst du

Da schrieb der Stift
von ganz allein ich konnte
deine blauen Augen in den Himmel
malen und mein Glück

auch du
hast mir den dünnen Schorf
abgerissen
jetzt halte ich mein Herz
wieder in der Hand und
schaue mich nicht um
nach dir