Liebeszeiten

Im Frühling als die
Blüten noch im Geheimen schliefen
waren deine Augen so blau der
Frühlingshimmel wölbte sich
über uns wir hielten uns
fest und ich
ich wollte dich nie
nie mehr loslassen

Im Sommer als der warme Wind über deine
Rosen strich liebten wir uns einmal
einmal nur deine Augen
so blau
Jetzt
schleicht er sich davon
der Sommer
jetzt
kommt der Wind aus dem Norden
er flüstert flüstert leise
deinen Namen in die fallenden Blätter

die Zeit tropft
tropft durch meine
meine Hände ich
breite die Arme aus
sie zerrinnt über meiner nackten Haut
die noch golden glüht
vom Licht des Sommers
die Zeit tropft in mein Haar
wäscht die Sonne aus
verschwindet verschwindet
doch die Sehnsucht bleibt
schmiegt sich an mich
wird mich wärmen
wenn der Winter kommt

Sehnsucht

Ich kannte deinen Namen
nicht und doch
schrieb ich ihn
Nacht für Nacht an den
Himmel den einen
ewigen Traum
von dieser Liebe

habe dich gesucht bin
gereist durch Raum und
Zeit und dann
warst du da

deine Augen
deine Stimme deine
Stimme die Worte
habe ich gesammelt mich eingehüllt
in meine Sehnsucht und dann
warst du da

jetzt
halte ich den Atem an
vor Glück

Sehnsucht

Ich türme die Stunden
zu Tagen trage
all die Kilometer die uns
trennen
auf meinen Schultern jeden
Tag jeden
Tag jede Stunde jede
Minute

Ich sitze in
dieser Kugel aus Sehnsucht
abgeschnitten
von der Welt
hab sie
angezogen wie
meine zweite Haut sie klebt
klebt an mir
diese Sehnsucht
lässt mich nicht
los

Ich esse
nicht ich
schlafe nicht
ich atme
diese Sehnsucht ein
und aus und
ein und
aus

bis ich
dich
spüren kann

die Sterne folgen mir

In der Nacht singe ich

das Lied meiner Sehnsucht wandere

allein über die Milchstraße die Sterne

die Sterne folgen mir

irgendwo da draußen

bist du spielt der Wind

mit deinem weichen Haar

schimmern deine Augen

wie der Himmel des nahenden Tages

blau tiefstes blau

 

ich strecke mich aus

nach dir und singe

singe das Lied

meiner Sehnsucht die Sterne

die Sterne folgen mir

 

Loveletter

THE CHALLENGE:

Write a one hundred word story that has a beginning, middle and end. (No one will be ostracized for going a few words over the count.) the group is hosted by Rochelle, each week we find an inspiring new photo on her blog: http://rochellewisofffields.wordpress.com

THE KEY:

Make every word count.

To see all the great 100 word stories of the weekly challenge use this link: http://new.inlinkz.com/luwpview.php?id=361557

I am happy with your comments! Since English is my second language I am glad about any help to improve grammar or terms.

bjc3b6rn-19

When I close my eyes the scene appears immediately: small houses sticking to the terraced hill, cypresses, bald and lonely, warm rain falling from mountain clouds.  I can hear the music of the landscape, it sounds in my heart like an everlasting OM, telling me I love my homeland, wherever I will be on this planet. But still I am thousands of miles away and God only knows, if I ever will come back again. The day I followed you changed my life completely. Though, after thirty years I am sure my home is where my heart is. And my heart is with you.

words: 104

Deine Reise

du hast dich

wieder auf die Reise gemacht

erkundest jeden Millimeter

auf der Landkarte

meiner Haut

entdeckst verborgene Orte

die auch ich

nicht kannte

berührst meine Seele

mit deinen

deinen Worten

 

du bist die Erde

in der ich

Wurzeln schlagen kann

du bist

der Himmel und ich

ich breite meine Schwingen aus

und fliege

 

du fängst mich

auf in deinen Armen

verschwinden Raum

und Zeit

Liebster alles Schwere

alles Schwere ist fort

Traum III

Wie

kann ich etwas vermissen

was ich nie besaß

nie kannte

es war

ein Traum dieser eine

Traum Tag für Tag und

Nacht für Nacht

immer dieser Traum

von dir

wusste ich nichts und doch

warst du da irgend

wo irgendwo und ich

habe dich nicht gesucht

aber du

hast mich gefunden

Du und ich

Du

und ich

wir halten uns

und können uns doch

loslassen

weil wir

uns in Freiheit

lieben

und nicht

besitzen wie reich

wir sind du

und ich

 

wie arm wir

wären in Eifersucht

und Besitzanspruch

nie

wollten wir uns

besitzen darum

können wir

uns nie verlieren

Zauberwort (songtext von 1987)

https://soundcloud.com/gingerpoetry/zauberwort

Die Sehnsucht hängt

an mir wie

ein schwerer alter Mantel ich zieh

die Kapuze tiefer ins Gesicht

der Sturm bricht los

ich spür plötzlich

deine warme Hand

ist es ein Traum ich

weiß es nicht

alle Zimmer sind kalt

und groß

wie Kathedralen

ich dreh mich im Kreis und

finde keine

Tür

Die Zimmer sind Gruften

die alles bewahren

wie in Glas deinen Duft und

jedes Wort

von dir

Die Nacht ist endlos

Ich habe das Zauberwort gefunden

Schreib ´s an den Himmel

Schon bin ich entschwunden

Eine kleine Ahnung nur

Halt ich in der hohlen Hand

Strecke mich aus nach dir

In der Nacht

Der Winter kommt wir Zwei

rücken enger zueinander

Du Schöner hältst mich

warm heut Nacht

Wo sind die Pfeile von Eros? (Zeus Teil 11)

Hera hatte die Pfeile gut versteckt. Sie lagen eingehüllt in ein goldenes Tuch in der hintersten Ecke eines ihrer Schränke. Sie hatte nicht vor, die Pfeile einzusetzen, aber man wusste ja nie. Sie waren da und gaben ihr ein Gefühl von Macht – auch wenn sie selbst noch nie einen Bogen gespannt hatte und nicht wusste, wie sie die Pfeile hätte abschießen können.

Als Hermes mit dem riesigen Rosenstrauß und dem Liebesbrief von Zeus vor der Villa stand wollte Hera eigentlich die Tür wieder zuschlagen – aber von dem Brief ging eine solche Anziehungskraft aus, dass sie nicht widerstehen konnte. Sie kannte Zeus und jeden seiner Tricks – wahrscheinlich hatte er den Brief mit Dionysos´ stärkstem Aphrodisiakum besprüht.

„Was gibt´s?“ Hera tat als ob sie der Rosenstrauß nichts anginge.

Hermes unterdrückte ein kleines Grinsen, das sich in seine Mundwinkel stehlen wollte.

„Das schickt dir Zeus, liebe Hera.“ Er deutete eine kleine Verbeugung an und hielt Hera den Strauß und den Brief hin.

„Ach ja?“ Hera tat betont uninteressiert, aber Hermes sah in ihren Augen, dass sie es kaum erwarten konnte, den Brief zu lesen. „Schön, stell alles dort ab, auf dem Tisch, danke Hermes.“ Hera, sah zu wie Hermes Rosenstrauß und Brief auf den weißen Tisch in der Halle legte und wartete, dass er wieder zur Tür zurück kam. Hermes ließ sich bewusst Zeit.

„Ich soll Zeus eine Antwort überbringen, Hera. Würdest du bitte den Brief lesen und mir deine Antwort mitgeben?“

Hera sah Hermes überrascht an. Was hatte Zeus vor? Ihr war schon aufgefallen, dass Hermes sie die ganze Zeit beobachtet hatte, vermutlich sollte er Zeus Heras Reaktion beschreiben. Wie raffiniert! Na warte, Zeus.

„Hera?“ Hermes riss Hera aus ihren Gedanken. „Ach ja, der Brief, Moment Hermes.“

Sie ging zum Tisch, drehte sich aber bewusst und wie zufällig zur Seite, als sie den Brief öffnete, sodass Hermes ihr Gesicht nicht sehen konnte.  Hera überflog den Brief. Eigentlich hätte sie geschworen, dass Zeus Liebesbriefe sie kaltlassen würden, sie wäre noch eine Minute bevor sie den Brief geöffnet hatte, vollkommen überzeugt davon gewesen. Aber dann las sie und spürte, wie ihr warm wurde. Sie atmete den schweren Duft des Aphrodisiakums ein (natürlich hatte Zeus den Brief eingesprüht) und eine warme Welle der Erregung erfasste sie. Von einem Augenblick auf den anderen wollte sie nur noch Zeus Hände auf ihrem Körper spüren und die Aussicht, ihn wiederzusehen machte sie geradezu euphorisch.

Hermes räusperte sich. Es war ihm nicht entgangen, dass Hera vollkommen entrückt den Brief las.

„Hera? Hast du eine Antwort für Zeus?“

Hera drehte sich langsam um und es kam ihr vor als ob sie aus einem anderen Universum auftauchen würde. „Ich würde mich,“ Hera musste sich ebenfalls räuspern, ihre Stimme war seltsam rau,

“ ja also, du kannst Zeus ausrichten, ich würde mich freuen ihn heute Abend zu sehen.“ Sie versuchte verzweifelt, möglichst kühl und unbeteiligt auszusehen, aber sie wusste intuitiv, dass ihr das nicht gelang.

Hermes machte eine zufriedene Miene. „Das richte ich gerne aus, Hera. Ich wünsche dir noch einen entspannten Tag.“

Hera schloss die Tür hinter Hermes und rannte die Treppe hinauf in ihr Ankleidezimmer. Sie warf nicht einmal einen Blick in ihren Kalender oder checkte ihre Termine und To-Do-listen. Die Aussicht auf eine Nacht mit Zeus versetzte sie in einen Zustand, den sie vollkommen vergessen hatte. Oder nur verdrängt? Es war ihr eigentlich auch gleichgültig, jetzt zählte nur dieser Abend, diese Nacht, und es sollte alles perfekt sein, wie immer.

Hera wird schwach (Zeus Teil 10)

Artemis öffnete die Tür zu Heras Büro. Der Platz hinter dem Schreibtisch war leer. „Hera?“ Artemis betrat den großen weißen Raum und sah sich suchend um, aber Hera war nicht zu sehen. Das war irritierend, denn Hera hielt sich streng an ihren Plan, ihre To-Do-L:isten wurden gewissenhaft abgearbeitet.

Artemis ging zurück in die große Halle. „Hera?“ rief sie erhielt jedoch keine Antwort.

Was war hier los? Suchend ging Artemis durch alle Räume, schließlich rannte sie, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die große Freitreppe hoch. Sie fand Hera in ihrem Ankleideraum. Um in den Dimensionen der Sterblichen zu bleiben: er war riesig, ein perfekt quadratischer Raum, eine Seite öffnete sich zum Himmel hin. Hera war fanatisch wenn es um Symmetrie ging. Ihre privaten Zimmer waren folgendermaßen angeordnet: würde man den Bauplan von oben betrachten dann würde man ein Quadrat sehen, das in vier gleiche Teile geteilt wurde. Rechts oben lag das Ankleidezimmer, links daneben, das Bad. Unten links befand sich Heras Salon und rechts daneben ihr Schlafzimmer. Die Räume gingen ineinander über und waren nur mit großen Schiebetüren abgetrennt. Man betrat diesen Teil des Hauses durch eine breite Tür, die vom Gang in den Salon führte, auf der anderen Seite des Ganges lagen die Räume von Zeus.

Das Ankleidezimmer enthielt offene Schränke, in denen unzählige Kleider hingen, in verschiedenen Längen, Stilen und aus unterschiedlichsten Stoffen. Sie waren jedoch alle weiß oder cremefarben oder golden. Zusammen mit den weißen Möbeln und dem transparenten Organzaschleier vor dem Fenster wirkte das Zimmer fast unwirklich. Neben Kleidern fanden sich ebenso viele Sandalen, Sandaletten, aus feinstem goldenem Leder, mit langen Bändern zum Schnüren oder filigranen Riemchen. Hera kleidete sich immer sehr feminin, und Zeus wusste das zu schätzen.

Vor dem bodentiefen Fenster, das wieder den Blick auf einen perfekt blauen, heute wolkenlosen, Himmel freigab, stand ein kleiner, selbstverständlich quadratischer, Beistelltisch. Auf ihm war in einer großen goldenen Amphore der schönste Strauß weißer und cremefarbener Rosen arrangiert, den Artemis je gesehen hatte. Neben der Amphore lag ein handgeschriebener Brief und Artemis meinte, Zeus schwungvolle Handschrift zu erkennen.

„Hera, was machst du hier?“ Artemis in ihren Reithosen mit den hohen schwarzen Stiefeln sah etwas deplaziert aus in diesem weiß-goldenen Göttinentraum.

Hera stand vor einem großen Spiegel und hielt sich abwechselnd ein weißes und ein goldenes Kleid vor die Brust. Beide Kleider waren mit dem Begriff „ein Hauch von nichts“ am besten zu beschreiben. Artemis hatte einen Verdacht. „Hera, was ist los? Hat sich Zeus bei dir gemeldet?“ Sie fing an sich in Rage zu reden. „Du wirst doch nicht wieder auf diesen Heuchler hereinfallen, Hera! Denk doch daran, was er dir schon alles angetan hat! Hera!“ Artemis nahm Hera die Kleider aus den Händen und stellte sich ihr in den Weg, als diese den Ankleideraum verlassen wollte.

„Wir wollten doch heute die Strategie für den Pfeil besprechen! Was ist bloß los mit dir?“

Hera schob sich an Artemis vorbei, die wütend die Kleider, die sie noch immer in den Händen hielt, auf den Boden warf.

„Weißt du Artemis, ich glaube nicht mehr, dass die Sache mit dem Pfeil eine gute Idee ist. Außerdem war es ja eigentlich deine Idee. Und Ananke –„Hera zögerte einen Moment und fuhr dann fort. „Ich habe heute auch überhaupt keine Zeit mehr, Artemis. Ich muss noch so viel vorbereiten. “

Hera ging zur Tür des Salons und öffnete sie. Mit einem Ausdruck in der Stimme, der keinen Widerspruch duldete, sagte sie: „Du musst jetzt gehen Artemis, ich bin beschäftigt.“

Sie machte eine kleine Pause und sagte dann: „Zeus kommt heute Abend.“

Artemis stapfte wütend an Hera vorbei, drehte sich jedoch auf dem Gang noch einmal um.

„Dann gib mir wenigstens den Pfeil, Hera!“ sie wirkte fast verzweifelt.

„Nein Artemis. Du solltest dich auch nicht so in deine Rachegedanken verstricken. Eigentlich geht es dir doch gar nicht um die Sterblichen sondern nur um Kallisto. Du hast sie nie vergessen. Versuche, endlich darüber wegzukommen. Und der Pfeil – ich kann ihn dir gar nicht geben, ich habe ihn nicht mehr, ich habe beide Pfeile nicht mehr.“

Artemis kam wieder zurück und fragte drohend:“Wo sind die Pfeile, Hera?“

„Das darf ich dir nicht sagen, Artemis. Aber es ist gut so wie es ist. Geh jetzt.“

Hera wandte sich um und schloss die Tür hinter sich. Artemis blieb mit ihrer Wut auf dem Gang zurück. Mit Tränen in den Augen verließ sie Heras Villa.

Was war geschehen?