abc Etüden/ KW 13

woher die Geschichte kam, weiß ich nicht. Sie war halt plötzlich da, wie so oft. Manchmal habe ich das Gefühl, irgendwo ist ein Brunnen, in dem die Geschichten lagern und wenn die die Zeit da ist, dann steigen sie nach oben…..die Wortgeschenke von Herrn Textstaubs abc Etüden scheinen so etwas wie ein Katalysator zu sein.

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Diese Woche kam das Geschenk von Frau Dergl:

Sie drehte sich nicht um, als sie die Grenze passierten, sie hatte noch kein einziges Mal zurückgeschaut.

Diese Reise erschien ihr wie ein Fluss, es gab nur eine Richtung und es gab kein Zurück.

Sie ließ die Frage, die sie seit Wochen vor sich selbst versteckte, in den milchweißen Himmel aufsteigen.

`Werde ich jetzt frei sein?`

Man reichte ihr eine Flasche, das Wasser war abgestanden und schmeckte nach Rost.

„Die Luft riecht nach Schnee“ , sagte jemand neben ihr.

Sie dachte an ihren Vater, der ihr seinen alten Mantel beim Abschied aufgedrängt hatte.

„Du wirst ihn brauchen“, hatte er gesagt.

„Es ist so deutsch in Kaltland.“

Mondsichel II

Im schwarzen Himmel deine
bleiche Schale Luna meine Wiege
ich lege mich hinein du
trägst mich über den Horizont
sanft bis ich schlafe
vergesse

wir sind heimatlos
du und ich gebunden
an eine Welt die uns nichts gibt
wandern weiter weiter
folgen wieder und
wieder und wieder
den gleichen Pfaden
bis die Zeit
endet

die Sterne folgen mir

In der Nacht singe ich

das Lied meiner Sehnsucht wandere

allein über die Milchstraße die Sterne

die Sterne folgen mir

irgendwo da draußen

bist du spielt der Wind

mit deinem weichen Haar

schimmern deine Augen

wie der Himmel des nahenden Tages

blau tiefstes blau

 

ich strecke mich aus

nach dir und singe

singe das Lied

meiner Sehnsucht die Sterne

die Sterne folgen mir