Februar

Es ist nichts Neues, dass ich den Februar nicht mag. Genauso wenig wie den November. Ich finde, Februar und November sind die melancholischsten Monate des Jahres. Wobei der Februar noch punkten kann damit, dass der Frühling zumindest auf dem Kalender jetzt nicht mehr weit ist. Im November hat man ja den ganzen langen Winter noch vor sich –
Ich habe im Februar Geburtstag, das finde ich auch nicht so toll. Keine Geburtstagsfeier in lauer Sommernacht, unsichere Witterungsverhältnisse, kalt, regnerisch. Der einzige Lichtblick dieses Jahr war Karneval, und auch hier hat der Februar mit seinem Mistwetter wieder unbarmherzig zugeschlagen: der Rosenmontagszug in Düsseldorf fiel aus. Gefeiert haben wir trotzdem, Düsseldorf Helau! Regen Helau! Sturm Helau!
Jetzt ist das auch schon wieder Geschichte und ich bin zurückgefallen in meinen Februar-Blues. Diese Tage, die nicht richtig hell werden machen mich fertig. Meine Reflektionsmaschine läuft auf Hochtouren und ich bin im Dauer-Grübel-Modus und finde manchmal die Exit-taste nicht mehr.
Ständiges Thema in meinem Gedankenkarussell: der Zustand meiner Mutter. Und wie schwer es mir fällt, das anzunehmen. Es ist ein ständiges Hin und Her, vor und zurück. Ich hadere mit mir, weil ich am liebsten davonlaufen würde, mich dem Allem nicht stellen will, es mir zu viel wird. Ich ertappe mich dabei wie ich die Person suche, die sie war, wenn ich bei ihr bin. Aber ich finde sie nicht. Es ist, als ob ich bei jemand anderem wäre. Seit unserem Silvester hat sie sich bereits wieder so verändert, sie sucht nach Worten und findet sie nicht mehr. Am Ende taumeln die Sätze zusammenhanglos durch die Luft wie Seifenblasen, die zerplatzen ohne eine Spur zu hinterlassen. Doch ich bin ja ein gutes Kind und denke dann Dinge wie „Sei dankbar für die Zeit, die ihr hattet“. Ja klar bin ich dankbar, aber es hilft mir nicht. Ich fühle mich schuldig, weil ich es nicht schaffe, mich einfach neben sie zu setzen und nur da zu sein. Und so sitze ich also auf meinem Kreisel aus Selbstvorwürfen und drehe mich durch die Tage ohne voranzukommen. Mein Verstand kann das alles prima analysieren und mir gute Ratschläge geben, aber mit dem Verstand komme ich nicht weiter. In solchen Momenten höre ich eines meiner Lieblingslieder von Andreas Bourani, hier in einer unplugged Version:

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst!

Aber heute ist ja Freitag, wir haben heute Mädels- und  Tanzabend, das ist großartig. Ein Leben ohne Freundinnen wäre möglich aber sinnlos 🙂

Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende! Seid nicht so hart zu Euch selbst, stürzt Euch ins Leben und kostet jede Minute aus!