Herbstnacht

jetzt ist die Zeit

da die Worte sich verstecken eines

eines nur

find ich jede Nacht

ich grab es aus und

leg es zu den andern

nur eines

eines find ich jede Nacht

 

bald ist das Jahr zu Ende

ich hab noch zweimal dreißig Nächte

noch zweimal dreißig Worte

die leeren Seiten

zu schließen die

Leere zwischen uns

zu füllen

 

mind the gap

Worte1

 

So schwarz

so schwarz
die Nacht der Morgen
fällt in mein kaltes Herz du
bist fortgegangen
du gehst fort
immer wieder kommst
nicht mehr

ich tauche
nach Erinnerungen Bild
um Bild um Bild
gräbt sich
in meinen Kopf du
kommst nicht mehr

die Kälte schmiegt sich
an mich wie ein Kind
ich wärme sie geb ihr
mein kaltes Herz du
kommst nicht mehr

Herbst da draußen

Nebel verschluckt die Straßen
stülpt sich über das Land es
wird Herbst da draußen es
wird kälter da draußen
und in mir

leuchten Teppiche
gewebt aus goldnen Blättern
ich höre
meine Spur und folge ihr
in den kalten Winter

in der Nacht stehe ich
im Nebel und
halte meinen Schmerz
fest halte ihn wie ein Kind
das man trösten muss
so feucht der Nebel Tropfen
sammeln sich im Haar

am seidenen Faden hängt das Jahr
macht Platz den andren Zeiten
und den neuen Hoffnungen

Ich will nicht gehen
nicht durch diese Tür
in dieses Haus nicht
in dieses Zimmer ich leg mich
nicht in dieses Bett ich
fürchte mich vor meinen Träumen
allein mit diesem Schmerz
den ich halten muss wie
ein Kind das getröstet werden will

Suche

Ich suche dich
im fallenden Regen vor meinem
Fenster im schwarzen Asphalt
in dessen glänzendem Spiegel
der Mond sich dreht

ich suche dich
im tosenden Nordwind
in den Wolken in diesem Himmel
der so schwarz ist wie
die Traurigkeit in mir

Ich suche dich
im Echo deiner Hände
auf meiner Haut in jedem Ton
der in mir schwingt und
das Lied meiner Liebe erzählt

Am Ende
ganz am Ende finde ich
dich in mir
in meinem Herzen
bette deinen Kopf
in meinen Schoß und
halte dich

Schmerz

Diese wunde Stelle in
mir sie schmerzt
wieder und wieder kaum
dass dünner Schorf
sie bedeckt
kommt einer und
reißt sie wieder und wieder auf

ich verlor meine
Sprache suchte das
Wortmeer tauchen wollte ich mich
verlieren in meinen Bildern
und taumelte nur
doch dann
kamst du

Da schrieb der Stift
von ganz allein ich konnte
deine blauen Augen in den Himmel
malen und mein Glück

auch du
hast mir den dünnen Schorf
abgerissen
jetzt halte ich mein Herz
wieder in der Hand und
schaue mich nicht um
nach dir

Mondsichel II

Im schwarzen Himmel deine
bleiche Schale Luna meine Wiege
ich lege mich hinein du
trägst mich über den Horizont
sanft bis ich schlafe
vergesse

wir sind heimatlos
du und ich gebunden
an eine Welt die uns nichts gibt
wandern weiter weiter
folgen wieder und
wieder und wieder
den gleichen Pfaden
bis die Zeit
endet