Déjà Vu

Ich bin ja in meiner Eigenschaft als Mutter regelmäßigen Déjà Vus ausgesetzt. Heute war es eines der monströseren Art. DEUTSCHABI. Mein Sohn schrieb heute sein Deutsch-Abi. Überhaupt ist diese ganze Abisache ein Dauer-Déjà Vu, ohne dass ich behaupten könnte, dass mir Einzelheiten aus meiner Vor-Abi-Zeit präsent sind. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, dass ich viel gelernt habe. Aber das habe ich wohl schon getan, und ich habe Fontanes „Effi Briest“ mit mir herumgeschleppt wo immer ich war. Trotzdem hat es für den Scheffelpreis nicht gereicht, ich war Zweitbeste. Wie dem auch sei, mein Herzblatt kommt ganz nach der Frau Mama und glänzt in Deutsch und in den Fremdsprachen, schwächelt aber ebenso herausragend in Mathe und den Naturwissenschaften. Da er aber disziplinierter ist als ich, hat er bisher trotzdem immer einen Notenschnitt von 2,3 gehabt. Jetzt also das Abitur, und es beginnt, wie in Baden-Württemberg Tradition, mit dem Fach Deutsch. Geplant hatte er, entweder den Gedichte-Vergleich zu machen oder eine Interpretation. Die Gedichte wurden dann doch von ihm aussortiert (eines war von Georg Takl), und stattdessen gab es einen Text von Christoph Meckel („Auf der Felsenkuppe“ ) zu interpretieren. Zu diesem Text findet man auch Lehrermaterial im Internet, denn offenbar war er schon 2004 Inhalt des Deutschabis im Leistungskurs Deutsch. Ich liebe die Gedichte von Christoph Meckel, aber aus Datenschutzgründen kann ich hier keines zitieren, habe jedoch eiine Seite gefunden die das offenbar darf, hier der link zu einem Gedicht von Christoph Meckel, das sich absolut passend anfühlt für mich, für heute:

Chritsoph Meckel DIESER TAG

Es herrscht auf jeden Fall Ausnahmezustand bei uns, das gesunde Essen wird noch gesünder, die Luft vibriert und ich tauche immer wieder ein in Erinnerungen und Bilder, die unkontrolliert prlötzlich aufsteigen. Bei mir ist es 36 Jahre her aber dennoch sind viele Bilder aus der Zeit sehr präsent. Das Abitur ist doch ein Quantensprung, eine Kerbe im Lebenslineal, die tiefer ist als manche andere. Und die Aussicht, die Schule (für´s erste zumindest) hinter sich zu lassen, berauscht nicht nur den Sohn sondern auch mich, ich gebe es zu, Nie wieder Rücksicht nehmen müssen auf die SCHULFERIEN – wie großartig!

Passend dazu der Klassiker von Alice Cooper, in einer Version mit Lyrics. Enjoy!