Wir könnten das Pferd mit Stroh abreiben. Aber wir haben kein Stroh.

Meine Wortwabe ist grade 8 Jahre alt geworden, am 04. Juni 2012 hat sie das Licht der virtuellen Welt erblickt. ich lasse die Korken knallen, inden ich nach Wochen mit wenig Muse eine kleine „Geschichte aus der wortwabe“ einstelle. Eine sehr persönliche Geschichte, die mit der Überschirft zu tun hat.

Wir könnten das Pferd mit Stroh abreiben. Aber wir haben kein Stroh.

Was für ein kryptischer Satz – völlig ohne Sinn und Verstand.

Für mich öffnet dieser Satz ein ganzes Universum. Eine Tür in meine Kindheit, meine Jugendzeit. Ein Vorhang hebt sich – wie damals bei der Augsburger Puppenkiste – und der Film beginnt.

„Wir könnten das Pferd mit Stroh abreiben. Aber wir haben kein Stroh.“

Ein geflügeltes Wort, eine Art Geheimcode zwischen meiner Mutter und mir, der immer dann angebracht war, wenn etwas fehlte. Über Pfingsten hatte ich eine meiner liebsten Freundinnen zu Besuch. Gaby ist eine Reisetante, aber in Zeiten von Corona war das Reisen gestrichen. Ich sagte, dann komm doch ein paar Tage zu mir, jetzt kann man ja wieder Zug fahren. Das Wetter wird super und in meinem Garten ist es auch wie im Urlaub!

Ich hatte Lillet besorgt, das hatte ich schon einmal getrunken und fand, es schmeckt lecker. Ich wusste, dass man es mit Weißwein mischt, mehr aber auch nicht. Also besorgte ich auch eine Flasche Weißwein. Frau Google erklärte uns dann, dass man auch noch Tonicwater dazu geben muss. Das gab es zwar nicht in meinem Vorrat, aber Sprudelwasser und ein Spritzer Zitronensaft waren der Ersatz dafür. Die Mischung schmeckte uns und nach dem zweiten Schluck meinte meine Freundin:

„Eiswürfel wären noch gut“

Spontan und ohne Nachzudenken antwortete ich ihr:

„Wir könnten  das Pferd mit Stroh abreiben, aber wir haben kein Stroh.“

Sie sah mich fragend an und ich merkte, wie ich plötzlich Jahrzehnte zurückgeworfen wurde und sah mich neben meiner Mum, lachend in der Küche unseres alten Hauses.

„Was hast du gesagt?“  fragte Gaby.

„Wir könnten das Pferd mit Stroh abreiben, aber wir haben kein Stroh“,  wiederholte ich.

Und ich erzählte ihr den Hintergrund.

Von all den Dingen, die meine Mutter mir für mein Leben mitgegeben hat, ist die Liebe zu Büchern, zum Lesen, zur  Sprache, sicher das, was mich am meisten geprägt hat. Lesen war etwas Alltägliches, nichts Besonderes. Ich las viel, bekam Bücher geschenkt oder lieh mir welche in der Bücherei, aber immer wieder griff ich auch in das Regal meiner Mutter. Sie hatte ein Lieblingsbuch, das sie selbst immer wieder las und ich habe es auch sicher über zehnmal gelesen und kenne heute noch Passagen auswendig. Es ist nichts Spektakuläres, eine kleine romantische Geschichte, aus dem Englischen übersetzt, aus den frühen fünfziger Jahren. Ein Buch, das man im Sommer in die Hängematte mitnehmen und in einem Rutsch durchlesen kann. Ich liebe dieses Buch, weil ich, wenn ich die erste Seite aufschlage, sofort hineinfalle und bis zur letzten Seite nicht mehr auftauche. Doch was hat es mit diesem Satz auf sich? Die Protagonistin Gabriele, eine junge Engländerin, verschlägt es nach Sorrent. Dort fährt sie einmal mit einem Pferdekutscher nach Hause, Das Gefährt wird von einem dürren Gaul gezogen, der mit dem steilen Anstieg große Mühe hat. Der Kutscher schlägt mit der Peitsche erbarmungslos auf das Tier ein, um es anzutreiben, was die Protagonistin dazu bringt, abzuspringen und auf den Grobian einzudreschen. Am Ende kauft sie ihm das arme Tier ab und zieht es hinter sich her zu ihrem Haus. Der alte Gärtner schüttelt nur mit dem Kopf und brummt etwas von „piena di pidocchi“, Läuse. Daraufhin beschließt Gabriele den Gaul mit Seifenflocken und Wasser abzuwaschen.  Als das Pferd klatschnass im Garten steht kommt die alte Haushälterin dazu und schlägt bei dem Anblick die Hände über dem Kopf zusammen.

„Ma! Cara mia! Das arme Tier! Es ist bereits ganz nass. Wie wollen Sie es denn wieder trocken kriegen?“

Gabriele hatte keine Ahnung. „An der Sonne vielleicht?“ schlug sie vor. Aber Angelina schüttelte den Kopf.

„Wir könnten es mit Stroh abreiben“, sagte sie, „aber wir haben kein Stroh.“

Meine Mutter und ich liebten diese Szene und der Satz wurde zu einem geflügelten Wort, aber nur für uns.  Wir sahen uns dann an, grinsten und wussten Bescheid.

Ich hatte das Buch und den Satz völlig vergessen, denn seit meine Mutter krank und im Heim ist, gibt es niemanden mehr, mit dem ich das teilen könnte. Und doch ist der Satz und die Geschichte dazu noch immer so in mir verankert, dass ich ihn spontan und ohne Nachzudenken gesagt habe.

Der Satz mag seltsam erscheinen, für mich ist er einer der Trigger, die mich sofort mit meiner Mum verbinden. Das war mir bis zu diesem Moment gar nicht klar. Jetzt habe ich das Buch wieder hervorgeholt und werde es mal ins Heim mitnehmen und meiner Mutter daraus vorlesen. Vielleicht erkennt sie die Worte? Nachdem wir sie mehr als zwei Monate wegen Corona gar nicht sehen durften und jetzt immer noch nicht spontan ins Heim dürfen, sondern nur auf Anmeldung, sie nicht berühren, in den Arm nehmen dürfen, ist es vielleicht ein Weg, zu ihr durchzudringen.

Nicht ohne mein Zitroneneishörnchen

Ich komme nach einem harten Arbeitstag nach Hause und das Erste, was ich sehe, ist das Erbrochene meines Katers. Stiefel findet irgendetwas zum Kotzen, ich auch, jede Menge. Stiefel, wir sind Schwestern im Geiste. Immerhin hatte er Anstand genug sich auf den Fliesen im Keller zu übergeben und nicht auf den teuren Eichendielen. Ich gehe nach oben, ziehe zwei pinke Gummihandschuhe aus der Hunderterpackung und putze das Zeug weg. Anschließend kippe ich vorsichtshalber noch Domestos drüber, hier riecht es wie im Hallenbad. Ich erkläre Stiefel, dass er sich den Magen verdorben hat und deshalb fasten muss. Er sieht mich fragend an und ich entscheide. Ober sticht Unter, so ist das nun einmal im Leben, Ich entsorge das Erbrochene samt Plastikhandschuhen im Müll und wasche mir die Hände. Dann prüfe ich die Eierbestände und meine Ahnung bewahrheitet sich, das reicht nicht für den Geburtstagskuchen, den ich für meinen Sohn backen will. Also wieder rein in die Jacke, raus in den Dauerregen und zum Supermarkt. Das zweite Paar Handschuhe kommt zum Einsatz. Ich bin schon dabei, den obligatorischen Einkaufswagen rauszuziehen, da fällt mir auf, dass ich die Maske im Auto vergessen habe. Also wieder zurück, Maske auf und nochmal von vorne. Ich entwickle eine neue Verschwörungstheorie: die Atemschutzmasken sind mit einem Stoff getränkt. der aggressiv macht.  Je länger ich das Ding aufhabe, desto schlimmer wird es. Als ich endlich mein Auto erreicht habe, reiße ich mir die Maske vom Gesicht und schmeiße sie zu den anderen auf den Beifahrersitz  Mein Auto ist die kleinste fahrbare Müllhalde der Welt, ich stelle mir vor, wie ich in ein paar Wochen zwischen Bergen von Masken und gebrauchten Handschuhen sitze, ein Mosaik aus pink und weiß und türkis. Zuhause angekommen empfängt mich ein Kater, der mit den von mir verordneten medizinischen Maßnahmen in keinster Weise einverstanden ist. Ich lade den Einkauf ab und wasche mir das gefühlt hundertste Mal heute die Hände. Jetzt hilft nur noch süß und weich. Völlig erschöpft sacke ich auf der Couch zusammen und beiße in mein Zitroneneishörnchen.

Aus-Zeit

Ich hatte erwartet, dass ich während der Corona-Auszeit mehr Zeit zum Schreiben haben würde. Wie sich nach mittlerweile sieben Wochen Einschränkungen herausgestellt hat, trifft das nicht zu. Im Gegenteil. Ich arbeite mehr als vor Corona, nur ohne irgendwelche  Ergebnisse. Der existenzielle Druck für mich als Selbständige hat dazu geführt, dass ich wie getrieben gefühlt 24/7 am Arbeiten bin. Jetzt mache ich Videokonferenzen, anfangs war es seltsam, mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt. Ich fühle mich wie in einer Blase, das Haus zu verlassen erweckt in mir schon Widerstände. Ich schwanke zwischen Resignation und Wut, wobei sich die Wut mal hierhin mal dorthin richtet, einen konkreten Adressaten gibt es ja nicht, das Virus hat nunmal keine Adresse. Manche meiner Freunde hängen Verschwörungstheorien an und schütten mich mit irgendwelchen Youtube-Vidos zu, die ich ungesehen lösche. Ich entziehe mich weitestgehend den Mitteilungen der Presse und weiß nicht mehr, wem ich glauben soll. Wenn ich einkaufen gehen muss, habe ich das Gefühl, ich ersticke unter der Maske. Ich weiche genervt alle paar Meter irgendjemandem aus, fahre mit meinem Einkaufswagen zick-zack durch die Gänge des Supermarkts und kaufe viel zu viel, nur um zu verhindern, dass ich demnächst wieder einkaufen gehen muss. Eine meiner jungen Bekannten geht jetzt immer demonstrieren, jeden Mittwochnachmittag, vielleicht hilft das ja gegen die Wut, aber dazu müsste ich das Haus verlassen und das will ich nicht. Meine Mutter habe ich gestern nach neun Wochen wieder gesehen, zwischen uns einen Tisch, die Maske auf der Nase und das, was so nötig gewesen wäre, eine Umarmung, war nicht erlaubt. Es ist so lächerlich, denn die ganzen Pflegekräfte gehen ja auch jeden Tag wieder raus aus dem Heim, gehen einkaufen, zu ihren Familien nach Hause und dürfen meiner Mum näher kommen als ich. Aber ich nehme auch das hin, bin wieder so unsagbar wütend und streite mich mit meiner Schwester weil ich alles so sinnlos finde. Ich überlege, mich von meiner Familie loszusagen und völlig in die innere und äußere Isolation zu gehen. Der Unterschied wäre vermutlich marginal.Wenn ich es nicht mehr aushalte, so wie gestern nach dem Besuch im Pflegeheim, gehe ich laufen. Wenn mir jemand begegnet, wechsle ich die Straßenseite und grüße demonstrativ nicht. Ich bin dabei, mich zu einem echten Kotzbrocken zu entwickeln, es gibt nicht mehr viele Menschen, deren Gegenwart mich nicht anstrengt oder nervt. Ist das das Ergebnis der Entwöhnung von sozialen Kontakten? Sowas wie Entzugserscheinungen? Das ist die einzige Erklärung, die ich für meinen Zustand habe. Es ist sehr anstrengend, die Leichtigkeit meines früheren Seins jeden Tag wiederherzustellen, immer wieder gelingt es mir einfach nicht. Gestern war ein Freundin bei mir, die ich kenne seit der fünften Klasse. Wir sind uns so nahe, mit ihr ist alles einfach und diese paar Stunden waren wunderbar. Es war eine Art von Normalität, die hier bei mir zuhause möglich ist, aber nicht mehr sobald ich das Haus verlasse . Ich halte mich an alle Regeln, ich bin ja generell linientreuer als ein Volkspolizist, ich parke nicht einmal falsch. Aber es wird von Woche zu Woche anstrengender und manchmal erkenne ich mich selbst nicht wieder. Im Kopf schreibe ich meine Texte, die es dann aber nie auf das Papier schaffen, oder ich spreche mir selbst Nachrichten auf das Diktiergerät im Handy. Das hier ist der erste Post seit Wochen, weil es heute so schlimm ist, dass ich mir diese Auszeit gönnen musste.

Ich weiß ja nicht, wie es Euch da draußen so geht, ob ich die Einzige bin, die so eine Erfahrung mit sich selber macht. Dieser kleine Post hat mir jedenfalls gut getan, ich habe kapiert, dass ich was ändern muss, Existenzangst hin oder her. Wenn ich so weitermache, hilft das niemandem . Es ist völlig klar, ich muss mir wieder meine Auszeiten nehmen. Mal sehen, wie ich diesen Vorsatz umsetze.

Skiurlaub

Inspiriert von Andrea  von hummelweb und ihrer abc-Etüde habe ich mal in meinen Erinnerungen gefischt und den Winter herausgezogen, als ich Skifahren gelernt habe. Unvergesslich und so präsent, immer noch. Es ist schon was dran, man sollte die Erinnerungen zu Papier bringen, solange sie noch da sind. Hier meine Geschichte.

Den ersten Skiurlaub meines Lebens verdanke ich meiner schlechten Konstitution als kleines Kind. Ich erinnere mich gut an diese Tage im Bett in meinem Kinderzimmer. In meiner Erinnerung bin ich wochenlang im Bett gelegen .Nach Röteln kam der Keuchhusten – mein Bett wurde an die Balkontür geschoben, sodass ich das Vogelhaus auf dem Balkon sehen konnte. Nachts konnte ich nicht schlafen und hörte im Küchenradio meiner Mutter, das man mir neben das Bett gestellt hatte, im Südfunk die Sendung „Musik bis zum frühen Morgen“, die ging bis fünf Uhr. Danach schlief ich meistens ein.  Meine Großeltern hatten ein Gasthaus, ein richtiger Familienbetrieb, im selben Ort. Meine Mutter und meine Tante arbeiteten dort mit. So kam es, dass ich immer wieder alleine war tagsüber. Ich fand das gar nicht so schlimm, ich konnte mich gut beschäftigen. Auch heute noch bin ich gerne alleine für mich und ich brauche das auch. So gern ich in Gesellschaft bin, so sehr brauche ich dann den Rückzug. Die Hightlights dieser Wochen im Krankenstand waren die Besuche meiner Oma Rosa, die mit dem Bus angefahren kam, sich neben mein Bett setzte und mit mir Halma spielte. Ich weiß nicht, ob ich ihr das jemals gesagt habe, WIE besonders diese Nachmittage waren, was für eine Freude sie mir damit gemacht hat. Der Husten war mörderisch, ich erinnere mich, dass ich einmal in der Küche den eben getrunkenen Tee in großen Fontänen auf den Boden gehustet habe. Ich behielt nichts bei mir und unser alter Hausarzt sagte zu  meiner Mutter „Das Kind braucht Luftveränderung“. So kam es, dass mein Vater uns ins Montafon fuhr, nach Schruns. Dort hatten meine Großeltern Freunde, Luzie und Gustl. Diese Freundschaft geht zurück auf meinen Urgroßvater, der mit einem Freund immer ins Montafon fuhr. Deshalb war es bei Tante Luzi und Onkel Gustl auch wie daheim. Tante Luzie war ein Engel, ein Mensch, der so viel Liebe und Güte ausstrahlte, dass man es körperlich spüren konnte. Ich habe sie angebetet. Die Erinnerung an diese Tage in Schruns ist wie eine Wüste mit Oasen, zwischen denen es keine Verbindung gibt. Puzzlestücke, einzelne Szenen, die jedoch ganz klar vor meinen Augen sind. Ich sehe Luzie, die immer eine weiße Schürze trug.. Das Esszimmer bei Luzie mit dem großen Kachelofen. Die Außerlitzstraße, die rote Gondelbahn, die Skihütten. Mein Vater war ein begeisterter Skifahrer, also lag es nahe, dass ich in Schruns einen Skikurs machte. Der Skilehrer hieß Willy. Er war mittelgroß und sehr schlank und hatte rotblonde Haare. Sein Rucksack faszinierte mich über alle Maßen, er war aus braunem Stoff mit Ledergurten und wenn wir eine Abfahrt gemeistert hatten, fischte er kleine Schokoladetäfelchen aus dem Rucksack. Das hört sich heute unspektakulär an, aber in den sechziger Jahren war Schokolade etwas Besonderes, das es nicht jeden Tag gab. Damals gab es auf dem Hochjoch noch zwei urige kleine Skihütten, ganz aus Holz, eingerichtet mit Bänken und Tischen aus Holz und immer zum Brechen voll. Mein liebstes Getränk war heißes „Skiwasser“, klebrig und rot und süß. Wenn wir aus der Hütte wieder nach draußen gingen und der erste Hustenanfall kam, spuckte ich das Skiwasser wie eine blutige rote Spur in den Schnee…Ich hatte mich schon so an das Husten gewöhnt, dass es mir gar nichts mehr ausmachte. Aber nach einer Woche war es besser und als der Urlaub nach zwei Wochen vorbei war, war ich gesund. Und konnte im Pflugbogen zur Mittelstation abfahren.

Die Fotos sind später entstanden, es könnte 1970 oder 1971 sein.

An der Wand einer der beiden Skihütten, vorne links sitze ich, dahinter meine Schwester, meine Cousine, ein hartnäckiger Verehrer meiner Schwester und meine Patentante.

Auf der Mittelstation mit meiner Mama.

In diesem Winter bekam ich ,meine ersten Skistiefel mit Schnallen und war stolz wie Oskar!

Bestanden

Ich habe bestanden.

(Wer wissen will, worum es geht, schaut  hier)

Hinter mir liegen die wohl härtesten sechs Monate meines Lebens. Eine derart anspruchsvolle Ausbildung neben Vollzeitjob  und Familie zu schultern, sich drei Wochen vor der Prüfung beide Arme zu brechen und dennoch in der Prüfungswoche am Start zu sein, war echt kein Zuckerschlecken. Ich habe unfassbar  viel gelernt, über meine Stimme, das Atmen, wie kernige Töne produziert werden, was Ökonomie beim Singen bedeutet und so vieles mehr.  Ich habe geheult. Ich habe geflucht,  über mein Hirn, das manchmal nichts kapiert hat, meine Stimme, die in meinen Ohren so geklungen hat,  dass ich mich gerne verkrochen hätte, über meinen inneren Kritiker, der keinen Erfolg gelten ließ, über meinen Dialekt, der mir das Leben im hohen Norden nicht einfacher gemacht hat (ich spreche zu langsam, ich spreche zu viel und gehe damit allen auf die Nerven). Ich habe gelernt, dass ich nicht everybodys darling sein kann und das Leben trotzdem weitergeht.

Würde ich es wieder machen? Ja, auf jeden Fall! Aber ich würde mich nicht mehr meinen Selbstzweifeln ergeben sondern an mich glauben.

Ich danke allen, die mich in dieser Zeit in ihr Herz geschlossen haben . Ich danke allen für jede konstruktive Kritik, denn sie haben mir dadurch die Möglichkeit gegeben, zu wachsen und mich zu entwickeln.  Ich habe mir auch das, was wehgetan hat und nicht meiner Wahrheit entspricht, zu Herzen genommen und werde daran arbeiten.

Diese Zeit war eine der härtesten meines Lebens, aber auch eine der produktivsten. Ich möchte sie nicht missen und bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, das alles zu erleben.

Jetzt werde ich allerdings dem Schreiben endlich wieder mehr Raum geben können und mein nächstes Ziel verfolgen: die Geschchte von Rosa endlich abzuschließen. Gonna rock that!

abc Etüden 23/24.2019

und weil ich so in Stimmung bin, gibt es noch eine Etüde hinterher. Sozusagen ein Bonus.

Die Worte sind Abweichung, verengen, unabwendbar. Verpackt in exakt 300 Wörter.

abc.etüden 2019 23+24 | 365tageasatzaday

Gedankenspiele

Wenn das Schicksal unabwendbar ist, dann verengen sich unsere Möglichkeiten doch wie in einem Trichter auf diese eine, einzig mögliche Möglichkeit. Furchtbare Vorstellung.

Charlotte rührte so intensiv in ihrem Kaffeebecher, dass die braune Flüssigkeit überschwappte und einen Fleck auf dem weißen Tischtuch hinterließ.

Da siehst du es, Robert zeigte auf den Fleck, das war unabwendbar, so wie du den Kaffee malträtiert hast.

Was ist denn das wieder für ein abgehobener Quatsch. Erstens habe ich den Kaffee nicht malträtiert und zweitens wäre es sehr wohl abwendbar gewesen, wenn du die Tasse nicht so randvoll eingeschenkt hättest!

Du meinst also, ich bin schuld an dem Kaffeefleck?

Robert war aufgestanden und hatte in der Küche einen Schwamm  geholt um damit den Fleck aus dem Tischtuch zu reiben.

Nein, ich meine, eine Abweichung von dem unabwendbaren Fleck wäre durchaus möglich gewesen. Oder eine Abweichung von deiner Pedanterie, Robert. Das Tischtuch kann man waschen.

Charlotte nahm ihre Tasse wieder auf und ließ den Kaffee in Zeitlupe auf das nun nicht mehr  so blütenweiße Tischtuch laufen.

Bist du irre? Robert sprang auf und versuchte ihr die Tasse aus der Hand zu reißen.  Was ist nur mit dir los? Du benimmst dich wie –

Ja, wie denn? Charlotte sah ihn böse an und hielt die Kaffeetasse in die Luft wie eine Trophäe.

Sag´s ruhig! Sag es, los! Wie eine Verrückte! Nicht wahr? Das willst du mir doch die ganze Zeit schon sagen, stimmt´s?

Robert war immer noch auf der Jagd nach der Tasse, er bekam Charlottes Arm zu fassen und zog ihn zu sich, sie verlor das Gleichgewicht und fiel –

 

 

Der Arzt, der neben Charlotte auf dem Boden kniete, sah zu Robert auf.

Ich kann nichts mehr für ihre Frau tun, sagte er bedauernd. Sie ist mit dem Hinterkopf auf den Kaminsims geprallt. Der Genickbruch war unabwendbar….

Sieben Jahre und keine Party!

long time no see….ich bin gerade in einem anderen Kosmos unterwegs und der blog ist völlig verwaist! Dabei – hurray – hatte meine schnucklige wortwabe GEBURTSTAG!!! Sie ist am 4. Juni sieben Jahre alt geworden! Schulkind sozusagen! Sie weiß aber, dass ich sie liebhabe, auch wenn ich grade nicht so oft hier bin. Wo bin ich denn nun? Ich gehe meiner anderen Liebe nach, die ich neben dem Schreiben habe. Seit Mai mache ich eine Ausbildung zum Vocalcoach für Rock/Pop-Gesang. Das ist ziemlich anspruchsvoll, denn es läuft ja neben meinem Hauptjob und ich werde bis Oktober damit beschäftigt sein. Eigentlich war geplant, dass ich im November beginne, aber dann ging es plötzlich alles ganz schnell. Ich habe noch einen Platz in der Gruppe bekommen, die im Mai gestartet ist und bin jetzt schon mittendrin! Immer noch bin ich dabei, mich zu sortieren, vor allem mit meinem Zeitmanagement. Scheint aber besser zu werden, denn ich konnte heute mal wieder eine Etüde schreiben! Die kommt dann gleich auch noch.

Derzeit also frei nach dem Motto: Ich singe also bin ich!

Rosas Reise geht weiter

Es ist an der Zeit, euch mal wieder etwas von Rosa zu erzählen. Es ist einiges entstanden und. hurra, das Ende der Geschichte ist gefunden. Immerhin. Noch nicht geschrieben zwar, aber drei Jahre Hirnschmalz haben dann doch endlich zu einem Ergebnis geführt, mit dem ich leben kann.

Ich habe auch entschieden, dass ich Rosas Kindheit und Jugendzeit noch etwas mehr „Stoff“ geben werde, denn das ist die Zeit ihres Lebens, die mich sehr berührt. Für die, die die ersten Teile nicht kennen, es sind ein paar Seiten hier auf dem blog zu finden unter dem Stichwort „Rosa“. Nicht alles wurde so verwendet oder verwertet wie es mal geschrieben wurde. Der Text befindet sich in einer permanenten Metamorphose. Manchmal muss ich etwas ruhen lassen und warte Monate, bis ich es wieder in die Hand nehme, überrpüfe meine eigene Reaktion darauf, verwende manchmal dann nur noch eine Metapher, die mir besonders gut gefällt, einen Satz, den Teil eines Dialogs.  So ist auch der folgende Auszug sicher noch nicht ganz fertig 🙂

Es war eine überstürzte Hochzeit, die Braut in schwarz, der Bräutigam in Uniform, feldgrau.

„Du ziehst zu uns“, entschied Albert nach der Trauung und nahm Elses Hände.

„Du bist jetzt ein Teil der Familie und bekommst Wilhelms Kind.“

Schweigend standen sie vor der Kirche in der Spätsommersonne auf einem Teppich aus unausgesprochenen Gebeten, Verzweiflung und erahnten Katastrophen. Wie ein unsichtbares Band wob die Angst alle zusammen.

„Danke Vater“ Wilhelm lächelte und Rosa sah ihn an und würde später immer dieses Bild in Erinnerung haben, wenn sie an Wilhelm dachte. Seine dunklen Haare, jetzt kurzgeschoren, seine starken Arme, das hellrote Zahnfleisch, die weißen Zähne, die strahlenden grünen Augen.

Else zog in das große Bauernhaus ein und Wilhelm reiste mit seinen Brüdern an die Front.

Die erste Feldpost kam von einer Stellung an der Marne und war datiert am 31. August 1914.

Liebe Mutter, lieber Vater, wir liegen an der Marne in Stellung und erwarten täglich den Beginn der Schlacht. Es geht mir gut und mit Gottes Hilfe werde ich bald zu euch zurückkehren. Habt meine Else recht lieb, bis ich wieder in der Heimat bin.  Euer Sohn Wilhelm

Wilhelm war in der 4. Armee, die von Herzog Albrecht von Württemberg befehligt wurde. Der Held von Neufchateau führte diese Truppe, die nur aus kurz ausgebildeten und schlecht ausgestatteten Reservisten bestand in die Schlacht von Marne. Sieben grausame Tage folgten und Wilhelm zog dann mit dem Rest der 4. Armee weiter Richtung Flandern, während ein Teil der Truppen beider Seiten zurückblieb, doch niemand rechnete zu diesem Zeitpunkt damit, dass sie in einem jahrelangen Stellungskrieg gefangen sein würden der hunderttausende Soldaten das Leben kosten würde.

Im Dorf gab es keinen Jubel und kein Hurrageschrei, denn der Krieg griff hier nach denen, die man zum Überleben der Familie dringend brauchte, den Vätern und den Söhnen. Immer wenn der Büttel die neuen Gefallenenlisten aufhängte, die schlimme Nachrichten schneller ins Dorf brachten als die Feldpost, gingen Rosa und Else Hand in Hand zum Rathaus und fielen sich in die Arme wenn sie Wilhelms Namen nicht auf der Liste fanden.

Der Herbst war über das Land gezogen und hatte die Hügel rund um das Dorf in rot und gelb und braun getaucht. Am Morgen hing Nebel über den Wiesen und silberne, von Tau benetzte Spinnenfäden zogen sich durch den Garten. Die ersten kalten Tage kamen früh im Oktober, Rosa bereitete sich mit ihren Klassenkameraden auf die Konfirmation vor und träumte schon von der Zeit, wenn sie die Schule verlassen würde und vielleicht auch die Enge des Dorfs. Von Wilhelm war schon lange keine Nachricht mehr gekommen und so studierte Rosa die Zeitung, die der Vater jeden Tag bekam und suchte die Orte mit den fremden Namen auf der Landkarte in der Schule.

Marne, Ypern, Langemarck. Irgendwo dort war Wilhelm. Nachts sah sie mit Else in den Himmel und sie fragten sich, ob Wilhelm dieselben Sterne sah, dort wo er war. Dann kam der November und brachte den ersten Schnee. Mina war jetzt schon fast achtzig Jahre alt aber es gab keine andere Hebamme im Dorf. Und so würde sie auch dem Kind von Wilhelm auf die Welt helfen, den sie vor mehr als fünfundzwanzig Jahren Barbara nach der Geburt in die Arme gelegt hatte. Laut Minas Prognose würde das Kind nicht vor Ende März zur Welt kommen. Rosa schrieb ihrem Bruder: „Geliebter Wilhelm, unserer Else geht es gut und dem Kinde auch. Die Mina sagt es kommt wohl erst im März. Das ist gut weil dann der Schnee getaut ist und die Kälte nicht mehr so groß. Mutter und Else haben sich aneinander gewöhnt, und Else hilft der Mutter wo sie kann. Kannst du nicht zu Weihnachten nach Hause kommen? Das Weihnachtsfest ohne dich ist kein richtiges Fest und die Else musst du auch einmal mit ihrem dicken Bauch sehen. Sie wird immer runder! Ich hoffe sehr dass wir dich bald wiedersehen, deine dich liebende Schwester Rosa“ Sie brachte ihren Brief Else, die dein eigenen und den Brief von Rosa in ein Kuvert steckte und mit der Post aufgab. Beide hofften und beteten sie, dass Wilhelm an Weihnachten Heimaturlaub bekommen würde.

Die erste Flandernschlacht dauerte vom  zwanzigsten Oktober bis zum neunzehnten November 1914.  Die neuen Listen kamen fast täglich und immer war Rosa an Elses Seite vor dem Kasten am Rathaus. Sie standen den Frauen bei, die Ehemann, Sohn oder Bruder verloren hatten und schämten sich fast, dass sie verschont geblieben waren. Schon über zwanzig Männer aus dem Dorf waren gefallen, es gab kaum eine Familie, die keinen Toten zu beklagen hatte Jedes Mal dasselbe Bild, Rosa, die mit hastigem Blick die Namen überfliegt, ihr Finger, der suchend die Liste entlangwandert, bis er an diesem Tag im November auf Wilhelms Namen stehenblieb. Sie erstarrte und konnte  ihren Finger nicht lösen von dieser Ansammlung falscher Buchstaben. Else neben ihr, die aufschrie, zusammenbrach. Hände, die sie wegzerrten von dem Kasten und ihr rechter Zeigefinger, der ausgestreckt blieb, wie ein Mahnmal. Wilhelm, ihr schöner Bruder, zerschossen in irgendeinem Schützengraben.

Lebkuchen allover

Die Lebkuchenfront ist wieder da – ein deutlícheres Zeichen dafür, dass das Jahresende um die Ecke biegt, kann es nicht geben. Der Sommer hat sich ja dieses Jahr ins Unendliche ausgedehnt und ich konnte mich der Illussion hingeben, dass es noch lange hin ist bis zum Herbst und Winter….

Ich renne 2018 nur im Hamsterrad, kaum Zeit zum Luftholen. Gefühlt war die einzige Atempause meine Woche in Bassum, die sich angefühlt hat wie 10 Tage, weil die Zeit ohne die allgegenwärtigen Zeitbeschleuniger Internet und Telefon einfach langsamer vergeht. In dieser Woche kann ich mich auf mich selbst zurückfallen lassen – das tut so gut. Kein tickender Metallklumpen, der deinen Tag zerhackt, die Termine sind überschaubar und die Zeit dazwischen ist ein weites Feld, das ich mit meinen Gedaniken füllen kann. In drei Monaten werde ich mich bereits wieder anmelden für die nächste Sommerakademie. Seit drei Jahren ist das der Fixstern im Sommer!

Die Augenkrankheit, die mich im Frühjahr fast drei Monate lang außer Gefecht gesetzt hat, hat mir soviel Zeit gestohlen. Die vielen Stunden im Krankenhaus, die ich mit Warten verbracht habe, sind irgendwie verpufft. Da ich wegen der Augen nicht lesen konnte, waren sie auch nicht sinnvoll zu nutzen. Per Kopfhörer etwas anhören ging ja auch nicht, dann hätte ich ja nicht gehört, wenn ich aufgerufen werde. Denke ich an diese Wochen zurück ist es, als ob sie fehlen würden. Ein weißer Fleck in meiner Erinnerung.

Kaum war das vorbei hieß es, die Vorbereitungen für den dreimonatigen Kanadaaufenhalt meines Sohnes zu treffen, es ging Schlag auf Schlag bei ihm. Sein Praktikum bei Radio big fm endete am 3. Juli und am 10. Juli saß er bereits im Flieger nach Montreal. Während er in Kanada war trudelten hier die Zusagen für´s Studium ein, wie erhofft war auch die Zusage für seinen Favoriten-Studiengang iin Düsseldorf dabei. Während er in Kanada reiste und arbeitete, organiserte ich hier ein Zimmer in Düsseldorf, bereitete den Umzug vor und holte ihn dann am 10. Oktober in Frankfurt ab. Am 13. Oktober ging es schon morgens kurz  nach 5 Uhr mit dem großen Wagen nach Düsseldorf. Mittlerweile hat er angefangen mit dem Studium und  mit seinem selbständigen Leben. Auch eine Umstellung für mich – Mama allein zuhaus!

Die letzen Wochen des Sommers waren traurig, denn einer unserer beiden Kater wurde sehr krank. Er war schon immer ein Freigänger, kam aus dem Tierheim und war ursprünglich aus Italien. Es kam häufig vor, dass er mal 2 oder 3 Tage unterwegs war. Aber dann fehlte er eine ganze Woche und ich hatte ihn schon aufgegeben. Nach einer Woche war er wieder da, völlig entkräftet, abgemagert und schwach. Wir hatten schon länger den Eindruck, dass er „dement“ ist, mein Sohn sagt, das gibt es bei Katzen auch. Vielleicht hat er einfach nicht mehr nach Hause gefunden? Danach habe ich ihn nicht mehr rausgelassen, was ein Drama war, denn er wollte ja immer raus. Ich bin dann mit ihm zusammen in den Garten, damit er an die frische Luft kommt,  und habe ihn nicht aus den Augen gelassen.

Am Ende war er aber doch schon so krank, dass die Tierärztin Nierenversagen und Leberversagen konstatiert hat und vermutlich hatte er auch einen Schlaganfall. ich hatte gehofft, dass er durchhält bis mein Sohn wieder da ist, aber er hat es nicht geschafft. Das Schlimmste war, diesen kleinen weichen Körper zu begraben, mir ist fast das Herz gebrochen, denn er war ja 13 Jahre bei uns.

Das ist jetzt auch schon wieder fast vier Wochen her.

Ich vermute, ich wache am Neujahrsmorgen 2019 auf und weiß nicht, welches Jahr wir haben….immerhin weiß ich, siehe oben, dank der allgegenwärtigen Lebkuchen dass wir uns auf die Weihnachtszeit zubewegen. Wenn die Zeit weiter so dahin rast, dann wird der Übergang zum Osterhasen fließend sein für mich.

 

Gerade gelesen

Ich hab´s ja nicht so mit Buchempfehlungen. Etwas gut zu finden, ist doch immer etwas Subjektives, wenn man kein Literaturkritiker ist. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich bei deren Empfehlungen beim Lesen des entsprechenden Buchs häufig frage, warum sie genau dieses Buch so toll fanden. Allerdings habe ich aufgehört, mich zu fragen, ob ich zu blöd bin, es zu verstehen. In Amerika gibt es ja nicht diesen deutsch-ernsthaften Unterschied zwischen „E“ und „U“, ein Buch darf den Leser nicht langweilen, „show don´t tell“ ist die Devise.

Wie dem auch sei, ich möchte all denen unter Euch, die Eltern haben, deren Jugend auf dem Altar des 2. Weltkriegs geopfert wurde, dieses Buch ans Herz legen. Und auch denen, die Großeltern haben, deren Jugend so weit weg ist, dass sie gar nicht zu existieren scheint, weil man diese Großeltern nur als alte Menschen kennengelernt hat.

„Die Freibadclique“ von Oliver Storz.

Für mich als Schwäbin aus dem Raum Stuttgart auch deshalb so spannend, weil es hier in der Region angesiedelt ist. Es ist die Geschichte einer Jungsclique Jahrgang 1929, beginnt im Jahr 1944 und Oliver Storz schildert darin weitgehend seine eigenen Erlebnisse. Ein Buch, das es leicht macht, einzutauchen. Ein Buch, das Bilder im Kopf entstehen lässt. Ein  Buch, bei dem ich geweint habe um die verlorenen Jahre der Sorglosigkeit meiner Eltern. Ich bin schon lange der Meinung, dass wir alle die Geschichten unserer Ahnen in unserem Blut haben, all die nie erzählten Schrecken. Es schwingt immer mit, unausgesprochene Geheimnisse schweben wie Spinnenfäden durch den Raum, wenn die Familie zusammenkommt und bleiben an dir kleben. Hier hat einer seine Geschichte erzählt, der erzählen kann. Und die Geschichten müssen erzählt werden, damit sie nicht vergessen werden, wenn eine Generation ausstirbt.

Aus dem Klappentext:

„Irgendwie waren wir missraten. Wir schwänzten Schule und HJ-Dienst, nachts lauschten wir unter Wolldecken verborgen den Feindsendern, wo Benny Goodman, Duke Ellington und Glenn Miller spielten, kurz wir taugten nichts, jedenfalls nicht zu Helden…“

Sommer 1944, irgendwo im Schwäbischen. Knuffke, Bubu, Zungen-Kuss, Rosenacher („Hosenmacher“) und der Erzähler sind fünfzehn, und ihnen steht der Sinn nach allem mehr als nach Nationalismus. Sie wollen wissen, wie das mit den Mädels ist, wie man die Penne hinter sich bringt und um die SS-Wehrmacht herumkommt. Aber sie ahnen, dass es, trotz ihrer gut trainierten Lässigkeit, ums Überleben geht. Als sie dann, im April 45, doch noch zum Volkssturm müssen, sind sie bald nur noch zu dritt. Rosenacher geht verschütt. Zungen-Kuss hatte es zuvor auf einem Maisfeld am Westwall erwischt. Als die drei übrigen unter Lebensgefahr türmen, haben sie keine Ahnung, was ihnen zu Hause blüht, vielleicht ist die US-Army ja auch schon da.                                                          Oliver Storz schildert in seinem Roman das Drama des Jahrgangs 1929, dem er selbst angehörte, ungemein lebendig, poetisch – und weitgehend aus eigener Erfahrung.“

 

Falls es jemand liest und mir einen Kommentar hinterlassen möchte, freue ich mich sehr!

Update

Meine Sommerwoche in Bassum rückt näher, endlich die langersehnte Auszeit zum Schreiben vor Augen, kann ich wieder mal eintauchen in meine Geschichten. Zuviel andere, nicht immer schöne Dinge haben in den letzten Monaten meine Tage bestimmt. Meine Mutter hat sich auf einen langsamen Weg des Abschieds begeben, sie scheint verschwinden zu wollen, lautlos. Manchmal spricht sie halbe Sätze ohne Sinn, selten erkennt sie uns, meistens ist sie in ihrer eigenen Welt. Ich habe meine eigene Art, mit solchen Herausforderungen umzugehen, am besten klappt es, wenn ich mich zurückziehe und mein Schneckenhaus neu einrichte.

Heute habe ich den Tag genutzt für längst überfällige Recherchen, die mich wieder neu inspiriert und motiviert haben. Die Geschichte von Rosa und Harold liegt ja immer noch in Fragmenten da und will sortiert und beendet werden. Einige Übungen zu diesem Text sind ja auch hier auf dem blog (Schlagwort „Rosas Reise“), heute habe ich mir Gedanken zu Harold gemacht, nachdem ich einen vergessenen Text in einer meiner vielen Kladden entdeckt habe. Hier die Geschichte von Harold, den ich immer noch nicht identifiziert habe. Mittlerweile bleibt aber nur eine Möglichkeit übrig, es muss wohl jener Harold Syms gewesen sein, Rezeptionist und Room Steward auf der „Olympic“. Bei ihm passt das Alter, die Größe und Haarfarbe. Wie er sich mit Rosa verständigt hat, weiß ich nicht, aber dazu gibt es ja die Fiktion und Fantasie. „Mein“ Harold sprach zumindest ein bißchen Deutsch.

Harold Syms

Harold

 

Harold Pinter wurde als Kind deutscher Einwanderer geboren. Das Schiff, das seine Eltern als jungvermähltes Ehepaar in New York an Land spuckte, war einer der neuen schnellen Dampfer, die keine zwei Wochen mehr brauchten um den Atlantik zu überqueren.

Margarete Pfänder, geborene Huber, war eine schweigsame schüchterne Frau. Ihre großen blauen Augen hatten immer den erschreckten Ausdruck eines Kindes, das die Mutter aus dem Blickfeld verloren hat. Sie betrat diesen unbekannten Kontinent zögerlich, fest an den Arm von Nikolaus geklammert. Nikolaus Pfänder überragte seine Frau  um Haupteslänge, er hatte einen aufrechten Gang und die Arbeit als Zimmermann hatte seine Muskeln gestählt. Wenn Margarete ihren Mann ansah, hatte sie das Gefühl, er könne die Welt besiegen auch wenn ihm eine Hand auf den Rücken gebunden wäre. Nach der Landung in New York verschlug es die jungen Einwanderer nach Boston, wo sie beide Arbeit fanden. Trotz ihrer schüchternen Art war Margarete der Kopf dieser Ehe, während Nikolaus mit seiner unbändigen Kraft und eisernem Willen die Schwierigkeiten aus dem Weg räumte. Margarete arbeitete als Küchenhilfe bei Jakob Wirth, der ein deutsches Wirtshaus in der Eliotstraße betrieb, wo deutsche Weine und Spezialitäten aus der süddeutschen Heimat angeboten wurden. Jakob Wirth, genannt Jake, war es, der Margarete vorlebte, wie weit man es bringen konnte, wenn man die Sprache des neuen Heimatlandes beherrschte.  Nikolaus und Margarete wollten es schaffen und so sprachen sie auch untereinander nur noch Englisch. Als das erste Kind geboren wurde, änderte Nikolaus den deutschen Nachnamen „Pfänder“  in ein englisches „Pinter“ und das Kind bekam den englischen Vornamen Harold.

Harold war lebhaft und die stille Margarete schien durch dieses Kind wie verwandelt. Sie lachte viel und redete auf das Baby ein, das sie mit ebenso großen blauen Augen wie ihre eigenen ansah. Jetzt verfiel sie auch immer wieder in ihre Muttersprache und so kam es, dass Harold mit dem Klang zweier Sprachen aufwuchs. So sehr Margarete nach ihrer Ankunft in Boston die Assimilation vorangetrieben hatte, so sehr war ihr jetzt daran gelegen, ihrem Kind die eigenen Wurzeln zu vermitteln. Sie war immer noch schüchtern und darauf bedacht, nicht aufzufallen. Ihr Englisch war nahezu akzentfrei, sie war ein natürlicher Teil ihrer neuen Heimat geworden und allmählich fühlte sie sich auch sicher. Harolds offene Art, die Mühelosigkeit, mit der er auf andere Menschen zuging, faszinierten Margarete und sie suchte in seinem Gesicht, in seinen Gesten nach Ähnlichkeiten mit Familienmitgliedern. Harold kannte die abgegriffenen Fotos von fernen Großeltern, Onkeln und Tanten, er konnte jedes Gesicht beim Namen nennen. Seine Spielkameraden hatten leibhaftige Großeltern, die man besuchen konnte und die einem auch mal einen Penny in die Hand drückten. Harolds Familie war neben seinen Eltern eine Familie aus Papier, in schwarz, weiß und grau.

Als Harold viele Jahre später auf der „Olympic“ anheuerte und sich auf die erste Reise nach Europa begab, war die ferne Familie in seiner Vorstellung immer noch schwarz-weiß aber er hatte seinen Eltern versprochen, sobald als möglich die alte Heimat zu besuchen. Eisern sparte er jeden möglichen Dollar seiner  Heuer bis er endlich das Geld für die Reise zum Dorf seiner Eltern zusammen hatte.

Seine Mutter hatte den Geschwistern den Besuch des Sohnes angekündigt. Die Papierfamilie in Deutschland hatte zugesagt, Harold am Bahnhof in Ulm abzuholen. Seit der Abreise von Harolds Eltern waren dreißig Jahre vergangen, die schwarz-weißen Großeltern waren verstorben und aus den ernst dreinblickenden jungen Leuten waren gesetzte Mittfünfziger geworden, die Harold wie ein seltsames unbekanntes Tier bestaunten. Er sprach nur bruchstückhaftes Deutsch als er bei der Verwandtschaft ankam, aber nach ein paar Tagen klappte die Verständigung. Harold besuchte die Gräber der Großeltern und legte im Namen seiner Eltern kleine Kränze nieder, stand mit gefalteten Händen und gesenktem Blick vor den Gräbern und wunderte sich über die bunten Farben der Blumen.

Die Familie reichte Harold herum wie einen Wanderpokal, er besuchte die Geschwister der Mutter und den Bruder des Vaters, lernte die zahlreichen Vettern und Basen kennen und bezahlte am Ende das große Familienfoto, zu dem alle zusammengerufen worden waren. Das sollte eine Überraschung für seine Eltern werden und jetzt war er es, der den schwarz-weißen Figuren auf dem Foto einen Namen geben und die Verwandtschaftsverhältnisse erklären konnte.

Harold blieb zwei Wochen bei der Familie, reiste dann über Paris nach Cherbourg und heuerte wieder auf der „Olympic“ an. Er  beschloss, zukünftig jede Gelegenheit zu nutzen um sein Deutsch weiter zu verbessern. Auf jeder Überfahrt gab es  deutsche Auswanderer oder Heimkehrer, mit denen er als Rezeptionist in Kontakt kam.

 

Was kommt noch?

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.brand-in-seniorenheim-in-frickenhausen-mit-einem-blauen-auge-davongekommen.33c84e42-d6e2-4445-9583-5230cc387e23.html

 

 

Ungeschick höre auf –

und willst du nicht aufhören so mache wenigstens eine Pause!

(arabisches Sprichwort)

 

Gesten abend der Anruf meiner Schwester: „Im Seniorenheim brennt es!“

Ich bin sofort hingerannt, mit dem Auto fahren machte keinen Sinn, der halbe Ort war abgesperrt….ich war plötzlich mitten in einer Szene wie aus einem Tatort. Sanitäter, Polizisten, Feuerwehrmänner. Die Hilfsbereitschaft der Nachbarn war überwältigend Sie haben ihr Haus geöffnet für die alten Leute, von denen viele wie meine Mum dement sind. Ihr Wohnzimmer wurde Untersuchungszimmer und Aufenthaltsraum,

Sie haben in ihrer Garage Tische aufgestellt für Heimbewohner und Helfer, Kaffee gekocht, Decken und Kleidung verteilt, denn viele Bewohner waren, wie meine Mama, nur mit Schlafkleidung und ohne Schuhe aus dem Haus getragen worden. Unser Pfarrer hat das naheliegende Gemeindehaus als Notunterkunft hergerichtet, sicher waren auch hier viele helfende Hände, aber das habe ich nicht mitbekommen, weil ich dann  ja auf dem Weg ins Krankenhaus war.

Meine Mutter lag im Bett als der Brand im Zimmer eines Bewohners ausbrach, ihr Zimmer liegt direkt daneben. Sie war eine der fünf Personen, die mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Da sie nicht versteht, was da passiert und wo sie ist, habe ich die Nacht mit ihr in der Notaufnahme verbracht. Darin habe ich ja schon Übung….

Die beiden Wohngemeinschaften aus dem 1. Obergeschoß werden erst in etwa sechs Wochen in ihre Wohnungen zurückkehren können, denn die ganze Etage ist unbewohnbar. Im Zimmer meiner Mutter ist alles kaputt, vom Rauch , vom Ruß und vom Löschwasser.

Am Ende gab es glücklicherweise nur Sachschaden und niemand wurde verletzt. Aber der Schreck sitzt mir noch in den Knochen.Und ich bin voller Dankbarkeit für die vielen Helfer vom DRK, der Feuerwehr und der Polizei und die Anwohner, die spontan geholfen haben.

Für dieses Jahr habe ich genug von Katastrophen. Also bitte: Ungeschick, höre auf!

Putz-und Fegtag

Heute ist mein großer Putz-und Fegtag. Ich räume mein Büro auf, oder besser, ich miste aus. Dringend nötig. In den Untiefen des riesigen Einbauschranks in meinem Büro (es ist der ehemalige Kleiderschrank meiner Eltern, ihr früheres Schlafzimmer ist jetzt mein Büro) habe ich das verschollen geglaubte Sammelbuch der Kindheitserinnerungen meines Sohnes gefunden. Wie es so geht bei dieser Tätigkeit, man kommt nicht wirklich voran, weil man ja alles in die Hand nehmen, alte Fotos anschauen und altes Zeug lesen muss.

In diesem grandiosen Buch sind unter anderem Bonmots von Benedict gesammelt. Hier ein paar Kostproben:

Juli 2002, Benedict auf die Frage was ich ihm vor dem Einschlafen vorlesen soll:

„Eine Nachtgutgeschichte mit ohne Buch!“

10. August 2002 (Benedict ist 3 Jahre alt und wir arbeiten daran, die Windel loszuwerden)

„Jetzt habe ich eine große Kartoffel in meine Windel reinkartoffelt!“

27. Juli 2007 (Benedict ist sechs Jahre alt und komponiert neuerdings eigene Songs mit deutschen Texten)

Benedict´s aktueller Lieblingssongtext:

„Ein Leben ohne Liebe ist unbeschreiblich

noch schlimmer wie ein Leben ohne Polizei!“

 

19. Mai 2008 (Benedict ist knapp 9 Jahre alt)

Benedict ärgert sich, er hat drei Pickel am Kinn.

„Na hoffentlich bekommst du nicht die Masern“, sagt Carmen.

„Nein, ich bin doch geimpft! Und auch gegen Rumpf!“

„Wogegen?!?“

„Gegen Mumpf – oder wie heißt das?“

(Für alle, die eine Erklärung brauchen: er meinte MUMPS)

Einige Wochen später…vorausschicken muss ich , dass ich bei unserem Umbau 2004  im Dachgeschoß eine Toilette mit Urinal einbauen ließ – zwei Männer im Haus, da lohnt sich das 🙂

Bei Benedict Geburtstagsparty gab es einen unbekannten „Stehpinkler“, der zu Carmen´s Ärger die Klobrille nicht wieder runtergeklappt hat und sein Pipi zum Teil auf den Boden gemacht hat. Benedict versucht, den Übeltäter am nächsten Tag zu ermitteln.

„…und dann hab ich ihnen (Anm. seinen Freunden) gesagt, sie hätten das Overal benutzen sollen!“

 

Ich hoffe, ich konnte Euch jetzt ein Lachen ins Gesicht zaubern…oder zumindest ein Lächeln!

 

 

Mögen Sie Pilze?

Pilz, der

Wortart: Substantiv, maskulin

Bedeutungsübersicht

  1. [früher als Pflanze angesehener] blatt- und blütenloser, fleischiger Organismus, der meist aus einem schlauch- bis keulenförmigen Stiel und einem flachen oder kugel- bis kegelförmigen Hut besteht
  2. aus schlauchförmigen Fäden bestehender Organismus ohne Blattgrün, der krankheitserregend sein kann oder in gezüchteter Form zur Herstellung von Antibiotika sowie von bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln verwendet wird
  3. (umgangssprachlich) Kurzform für: Hautpilz

(Quelle: Duden)

 

„Zur Zeit ist doch gar keine Pilzsaison“, sagte einer der Gitarristen meiner Band.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, so war das doch, oder?

Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, WANN ich das letzte Mal hier in meiner Wortwabe war, zu lange her. Seit mehr als zwei Monaten habe ich ihn, den Pilz. Er hat sich eingenistet und beschäftigt mich jeden Tag. Er sitzt in meinem linken Auge, hat die Hornhaut durchlöchert und mich wochenlang gequält. Die Augenklinik  in Tübingen ist quasi seit Wochen mein Wohnzimmer. Mittlerweile bin ich in der neunten Woche, allerdings hat es einige Zeit gedauert bis klar war, WAS das ist, da in meinem Auge. Ich wusste bis dato nicht, dass man auch im Auge einen Abstrich machen kann. Nachdem klar war, dass es ein Pilz ist, wurde die Behandlung mit speziellen Augentropfen fortgeführt, die nur in der Apotheke hergestellt werden können. Die gute Nachricht: die fünf Löcher haben sich mittlerweile geschlossen, es gibt keine Vernarbungen, die zu verminderter Sehleistung führen könnten. Die Zeit, die ich auf dem Weg zur Augenklinik (knapp 40 Kilometer einfache Strecke) und dort im Warteraum und bei den vielfältigen Untersuchungen gelassen habe, hat mich allerdings unter Stress gebracht. Denn der Tag hat ja nun mal keine 48 Stunden. Ich musste zwangsläufig alles liegen lassen, was nicht unbedingt nach Erledigung schrie.

Jetzt ist aber Besserung in Sicht. Heute werde ich wieder nach Tübingen fahren, die nächste Ration der Spezial-Wundertropfen abholen. In zwei Wochen ist dann ein weiterer Kontrolltermin. Ein echter Fortschritt, nicht mehr täglich in die Augenklinik zu müssen – die jedoch wirklich ganz großartig ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich so nahe an der Universitätsstadt Tübingen mit ihren tollen Kliniken bin.

Noch renne ich meinen Aufgaben hinterher, aber es ist Land in Sicht. So wird auch meine Wortwabe endlich wieder öfter Besuch von mir bekommen. Es ist höchste Zeit wieder zu Schreiben.

Happy Birthday to me

Ich erinnere mich, es gab eine Zeit, da las meine Mama meine Gedichte.

Sie las die Titel und suchte sich dann eines aus, das sie interessierte. Ich bin sicher, sie fand es schön. Vielleicht war sie stolz auf mich, vielleicht war sie auch verwundert, dass es ihr Kind war, das so etwas hervorbrachte. Mag sein, es überraschte sie nicht, denn sie hatte selbst eine natürliche Begabung für den Umgang mit Worten, wie auch mein Vater sie hatte, der wunderbare Reden halten konnte, frei gesprochen, mit viel Empathie. Auf Grund seiner Herkunft, in seiner Generation, als Sohn einfacher Bauern auf dem Land, hatte er keine Chance, etwas aus dieser Begabung zu machen.

Jetzt ist die Zeit gekommen, die ich so gefürchtet habe. Ich wusste, dass der Tag kommen würde, wusste, dass ich mich darauf zu bewege, wie in einem Zug, der fährt ohne anzuhalten, auf sein Ziel zusteuert, ohne eine Chance auszusteigen.

Meine Mama erkennt mich nicht mehr. Auch wenn sie versucht, es zu verbergen, ich weiß, dass sie nicht weiß, wer ich bin.

Vor einigen Tagen hatte ich Geburtstag, und ich hatte keinerlei Bedürfnis, zu feiern oder diesen Tag irgendwie zu zelebrieren, denn sie, die mir das Leben geschenkt hat, weiß nichts mehr von meiner Existenz.

Wie immer, wenn etwas besonders schmerzhaft ist, wende ich mich nach innen, lege den Schmerz ab in diesem geheimen Raum und  verschließe die Tür.

Und ich erinnere mich. Ich erinnere mich an eine Zeit, da las meine Mama meine Gedichte….. .