das passiert doch nur den anderen….

heute bin ich echt in der Situation, dass ich was loswerden muss. Am liebsten würde ich mich auf die Straße stellen und meinen Frust hinausschreien…

 

Ich habe heute um etwa 9 Uhr das Haus verlassen.Es war ein Super Tag, ich habe heute tolle Kunden gehabt, der Tag war erfolgreich und einfach nur schön.

Auf dem Heimweg habe ich  mit einer Freundin telefoniert, alles war gut.

Wenn ich heimkomme, gehe ich erstmal drei Stufen runter zum Schuhschrank, Schuhe ausziehen, dann hoch in mein Schlafzimmer, umziehen. Yogahosen Kuschelpulli. Als ich in mein Schlafzimmer kam, traf mich der Schlag. Schranktüren offen, alles rausgerissen, alles lag auf dem Boden – erst hatte ich für eine Sekunde meinen Sohn im Verdacht, wobei ich mir nicht vorstellen konnte, was er da gesucht haben könnte und dass er so ein Chaos hinterlassen würde. Dann erst fiel mir auf, dass mein kleines Schmuckschränkchen offen und leer war. Es ist interessant, was dann im Körper passiert. Wie plötzlich der Herzschlag explodiert, tausend Gedanken sich überschlagen. Weh dem, der eine so blühende Fantasie hat wie ich. Schreiberschicksal? Ich sah irgendwelche fremden Leute in meinem Schlafzimmer rumwühlen, mein privatester Raum, in meinen Sachen rumkramen….

Benedict war nicht da, ich habe ihn nicht erreicht, dann versucht, ihn über seine Freundin zu erreichen. Er rief dann zurück und natürlich wusste er von nichts Während ich telefonierte ging ich in den Keller, einer Ahnung folgend und da stand ein Fenster offen. Einbrecher.

Der nächste Anruf ging zum Polizeinotruf. Dann meine Schwester  Ich brauchte dringend Beistand. Die Polizei kam und nahm alles auf. Bei der Untersuchung des Untergeschosses kam dann das ganze Desaster heraus. Ein Fenster wurde komplett herausgesrissen. Mein Schmuck fehlt komplett. Nicht dass ich mir Reichtümern gesegnet wäre. Aber es fehlen auch zwei Ringe, die ich von meinen Eltern habe, die wertvoll sind, aber auch hohen ideellen Wert haben. Zwei alte Münzen, die ich von meiner Oma bekommen habe, eine davon zum Abschluss des Studiums.

Morgen früh kommt die Spurensicherung. Ich darf mein Schlafzimmer vorher nicht mehr betreten. Und ganz ehrlich, ich weiß nicht ob ich mich je wieder in mein Bett legen werde so unbeschwert wie vor dem Einbruch. Am liebsten würde ich gleich ausziehen.

Jetzt sitze ich hier und schreibe mir, soweit das geht, alles von der Seele. Ich bin wie zugeschnürt, fühle mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr wohl, nicht mehr sicher. Ich könnte heulen aber ich kann nicht. Es ist die Ohnmacht, das „sich -nicht -wehren -können“ das mich so fertig macht. Zu wissen, dass ich denen, die das gemacht haben, nie meine Wut ins Gesicht schreien kann. Die andere Wange hinhalten? nein danke. So weit geht mein Großmut nicht.  Ich hoffe nur, dass diese Lähmung, die ich grade empfinde, nicht anhält. Dass ich wieder zum normalen Leben zurückfinde.

Der Gedanke, dass wildfremde Menschen in meinen persönlichen Sachen rumgewühlt haben, in meinem Schlafzimmer waren – ekelhaft. Das ist eine Art von Fremdbestimmheit, die mir völlig gegen den Strich geht.

Stand aktuell : ich ziehe aus. So fühlt es sich grade an. Ich will nur noch weg.

 

 

18 Gedanken zu „das passiert doch nur den anderen….

  1. Sehr unangenehme Erfahrung, man muss lernen, damit umzugehen wie mit einer Krankheit. Durchmachen, loslassen.
    Ich hoffe, die Spurensicherung macht nicht alles noch schlimmer.

    Ich habe nach dreimaligem Einbruch (Türschlösser wurden demoliert) überall, auch an der Eingangstür, Eisengitter anbringen lassen. Ein Versuch, sie gewaltsam rauszubrechen, scheiterte bereits. Bei einer Nachbarin verschwanden der Schmuck und der Photoapparat, bei einer anderen ging eine riesige Fenstertür im ersten Stock zu Bruch, was sie teuer zu stehen kam. Umziehen nützt nichts, eingebrochen wird überall. Bei einer Freundin, die im 6. Stock wohnte, gelangte der Einbrecher über die Dachterrasse in ihr Appartement und verwüstete es.

    Wünsche gute Nerven und für die Zukunft toi toi toi!

    Aus einem aktuellen Polizeibericht:
    „Auch im Jahr 2015 verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik einen vergleichsweise hohen Anstieg der Zahlen beim Wohnungseinbruchsdiebstahl. Waren es im Jahr 2014 noch 152.123 Fälle, wurden 2015 insgesamt 167.136 Fälle einschließlich der Einbruchsversuche erfasst, das ist ein Anstieg um 9,9 Prozent; die Aufklärungsquote lag bei 15,2 Prozent. Die Einbrecher verursachten dabei einen Schaden (nur Stehlgut) von rund 441 Millionen Euro. Eingebrochen wurde meist über leicht erreichbare Fenster und Wohnungs- bzw. Fenstertüren.

    Gleichzeitig ist aber auch die Zahl der gescheiterten Einbrüche weiter gestiegen (2015: 42,7 Prozent, 2014: 41,4 Prozent). Die intensivierten Präventionsmaßnahmen dürften maßgeblich zur Steigerung der Versuchshandlungen beigetragen haben.

    Ein Wohnungseinbruch belastet die Opfer oftmals stark. Die Verbesserung des technischen Einbruchschutzes ist besonders wichtig, um möglichst viele Täter scheitern zu lassen und damit den Versuchsanteil zu erhöhen. Mittlerweile misslingen über 40 Prozent der Einbrüche nicht zuletzt durch vorhandene Sicherungseinrichtungen und eine aufmerksame Nachbarschaft. Jeder nicht vollendete Wohnungseinbruch reduziert nicht nur die psychische Belastung der Betroffenen, sondern verhindert auch, dass persönliche Gegenstände und Vermögenswerte entwendet werden.“

    Gefällt 1 Person

    • ich danke dir! Es ist so, dass die Nachwirkungen nicht einschätzbar sind. Ich bin immer noch in einer Art „Lähmung“, alles fällt mir schwer, aber ich versuche mich aufzuraffen. Diese Erfahrung wird mich sicher noch eine Zeitlang verfolgen. Es ist wie ein Schatten, der immer da ist aber man sieht in nicht ständig. Sicherlich werde ich jetzt auch an den 3 Kellerfenstern noch Gitter anbringen lassen, sonst fühle ich mich nicht sicher. Dennoch versuche ich, der Angst keinen Raum zu geben. Ja, Umziehen hilft nichts, zumal ich so sehr mit meinem Haus verbunden bin. Die Tage werden heller, die Nächte kürzer, das hilft mir auch schon.

      Gefällt 1 Person

      • Vielleicht hilft es, wenn du, wie man es bei Krankheiten macht, jeden Tag dein Fieber (Angstzustände, Unsicherheit, schlechte Träume etc) misst und dir Medikamente ausdenkst, die dein Immunsystem (sprich: Vertrauen) wieder stärken. Ausziehen wäre wie „Arm ab“, we!il der Finger entzündet ist. Wenns nicht besser wird: Arzt (Psychologen) aufsucnen. Wünsch dir schnelle Erholung!

        Gefällt 1 Person

  2. Wünsche Kraft und auch die Geduld mit solch einem Fremdeingriff umzugehen.
    Es sich von der Seele schreiben ist denke ich schon eine gute Möglichkeit.
    Tut mir leid.

    Gefällt mir

  3. Gott, verdammt, wie furchtbar. Ich glaube nicht, dass es eine Lösung ist umzuziehen, das Haus kann nichts dafür und dieses Erschüttert-Sein zieht mit. Aber du kannst dein Haus anders absichern, und du kannst dir Hilfe holen, um mit dem Schock fertigzuwerden, wie Bernd schon schrieb.
    Alles Gute dir!
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

  4. Das ist echt eine unerträgliche Situation. Die Symptome, die Du schilderst, beschreiben viele Menschen, denen gleiches passiert ist. Wie schon so oft gesagt wurde: Es wird besser werden, es wir aber Spuren hinterlassen. Und ich würde mich hier auch der Empfehlung anschließen, sollte es Dir nicht kurzfristig besser gehen, Dir professionelle Unterstützung zu holen, ehe sich etwas festsetzt, was Du nie wieder los wirst.
    Unabhängig von allem wünsche ich Dir viel Kraft, viel Energie und ganz viel positiven Lebenswillen, um diese Zeit zu meisten.
    Liebe Grüße
    Belana Hermine

    Gefällt 1 Person

  5. Jeder Angriff auf deine Persönlichkeit hinterlässt Spuren, es wird nie wieder so wie früher. Der materielle Schaden lässt sich überwinden, wenn er sich in Grenzen hält. Doch das Gefühl, dass jemand Zugriff auf deine private Welt hat, das macht einen wütend und man verspürt Ohnmacht und Hilflosigkeit. Die Angst bleibt, es könnte immer wieder geschehen. Ich glaube Schreiben hilft dir damit zu leben. Man hat dich in deiner Seele getroffen, und das bleibt.
    Wünsche dir Kraft
    Harald

    Gefällt 2 Personen

  6. Viel Kraft wünsche ich Dir und vielleicht wird es besser durch Maßnahmen, die die Sicherheit Eures Heims erhöhen. Bei Freunden geschah gleiches, sie bauten ( zumindest für das eigene Sicherheitsgefühl) eine Alarmanlage ein, die sehr deutlichen Alarm auslöst, falls eine Türe unbefugt geöffnet wird (oder sie selbst mal den Code nicht schnell genug eingeben). Die Nachbarn reagieren jedenfalls sofort. Gab ihnen ein klein wenig das Gefühl der Geborhenheit zurück. BG

    Gefällt 1 Person

Ich liebe Kommentare! Nur zu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s