Blockade

In den letzten Wochen hatte ich den Eindruck, in meinem Fall müsste man „blog“ wie „block(ade)“ schreiben – es ging nichts voran. Mein Leben war turbulent wie lange nicht, das Herz lief über, mal vor Glück und mal vor Schmerz – und in diesem Wechselbad der Gefühle schwamm ich ständig im Kreis. Ich fand keine Worte mehr, nichts mehr fügte sich zusammen. Und gestern, wie aus dem Nichts, floss es wieder. Eine wundersame Wendung, die ich geniesse, auch wenn ich ständig mißtrauisch um die Ecke schiele, ob nicht doch wieder irgendwo ein Schild steht mit der Aufschrift „dead end“ .

Ich habe wieder angefangen weiterzumachen. Die wortwabe hat eine neue Heimat gefunden, ein neuer Raum in dem endlich alle meine Bücher Platz gefunden haben, mit Blick in den Garten. Vielleicht hat die Muse einfach gewartet bis das Zimmer fertig war und sie einziehen konnte, wer weiß? Hier wird jedenfalls nur noch geschrieben und gelesen, feine Musik gehört und liebe Gäste finden hier ihre Schlafstatt….

Mein Langzeitprojekt „Rosas Reise“ habe ich jetzt wieder in Angriff genommen. Einzelne Fragmente und Übungen finden sich ja auch hier auf dem blog. Ich habe viel ausprobiert und wieder verworfen. Der komplizierte Stammbaum mit den vielen Kindern hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Immer wieder habe ich die Perspektiven gewechselt, Geschichten erdacht, die vor der eigentlichen Geschichte stehen, weil ich das Gefühl für die Figuren und ihre Zeit bekommen wollte. Jetzt hat alles eine neue Struktur und ich werde versuchen, endlich mal dranzubleiben und mein tägliches Pensum einzuhalten. Ihr werdet also Rosas Geschichte ab sofort hier verfolgen können. Heute starte ich mit dem Prolog.

Viel Spaß beim Lesen!

4 Gedanken zu „Blockade

    • ja, so fühlt es sich an…dir geht es ja da vielleicht ähnlich wie mir: irgendwann hatte ich das Gefühl ich muss mich auf die Suche machen, du nennst das „Scherben sammeln“, das trifft es ganz gut. Wir sind ja mehr als das was wir im Spiegel sehen. Wir tragen die Geschichten unserer Vorfahren in uns. Und manchmal wollen sie heraus, wollen gefühlt werden. So gehts mir mit Rosa, meiner Großmutter. Wobei die Geschichte natürlich fiktiv sein wird, aber wichtige Teile sind genau so passiert. Welche? Das verrate ich nicht 🙂

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  1. Liebe Ginger, guten Morgen,

    im I Ging heißt es über Hindernisse:
    „Wenn fließendes Wasser, das Bild des Tao, in seinem Lauf auf ein Hindernis trifft, hält es inne. Es baut Volumen und Druck auf, staut sich vor dem Hindernis und umspült es nach einiger Zeit. Diese Hindernisse springen dem fließenden Wasser nicht aus dem Nichts entgegen, sondern sind Teil des Weges selbst.“
    Aber Blog und Blockade, das müssen Schwestern sein…

    Ich freue mich jedenfalls, dass du wieder im Fluß bist und bin schon sehr gespannt auf weitere Stücke aus Rosas Geschichte…
    Es hat mich übrigens gefreut zu lesen, dass du im Prolog die Auswanderer erwähnst, die in den Kaukasus und an die Wolga gehen.

    Liebe Grüße
    Scherbensammlerin

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    • Liebe Scherbensammlerin
      vielen Dank für deinen schönen Kommentar! Das I Ging kenne ich aber diese Erklärung ist sehr schön geschrieben…und nachvollziehbar.
      Bei meinen Vorfahren gab es auf Seiten meiner Großmutter väterlicherseits tatsächlich viele aus dem Dorf und auch aus ihrer Familie die an die Wolga und in den Kaukasus ausgewandert sind. In den 80er Jahren gab es sogar mal ein „Namenstreffen“, bei dem um die 300 Menschen der Familie aus aller Welt zusammenkamen, die alle irgendwie verwandt waren. Mir war das auch nicht bewusst mit dieser Auswanderungswelle im frühen 19. Jahrhundert, aber durch die Recherche für das Buch bin ich darauf gestossen.
      Liebe Grüße
      Carmen

      Gefällt 1 Person

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