Mädchentag

Gestern war ich faul. Deshalb muss ich heute gleich zwei Posts machen. Nachdem ich für meine Verhältnisse ewig geschlafen habe, so bis etwa halb zehn, habe ich den Morgen vertrödelt und geplant, endlich mal was Kulturelles zu machen. An Kultur ist ja auch in Nizza kein Mangel. Ich entschied mich, den Garten der Mönche in Cimiez anzuschauen und das Chagall Museum zu besuchen. Nachdem ich wusste, wie ich hinkomme habe ich mich aufgehübscht für einen Tag in der Stadt und bin los. Aber wie es so geht, man kann nicht immer seinen Plänen folgen, manchmal muss man auch mal spontan umdisponieren. Das wird ja in diesem Urlaub langsam zu meiner zweiten Natur. Also habe ich, in der Stadtmitte angekommen, aus dem Kulturtag einen Mädchentag gemacht und mich hemmungslos in den Schlussverkauf gestürzt. Denn was macht ein Mädchen am Samstag? Einkaufen und Kaffeetrinken! Es ist unfassbar, wie schnell die Stunden vergehen wenn man auf Schnäppchenjagd ist…. Da mein Koffer bei der Herreise halb leer war und wenig Klamotten enthielt dafür aber zwei Dosen Diätpulver, habe ich genug Kapazitäten für die Rückreise. Es mag dem einen oder anderen verrückt vorkommen, dass ich ausgerechnet im Heimatland der Baguettes eine low carb Diät mache, aber wie sich bei meinem Powershopping herausgestellt hat, war das eine kluge Entscheidung. Die Fettreserven, die ich mir im Winter angefuttert habe, haben sich offensichtlich verflüchtigt, was mich in diversen Umkleidekabinen zu Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Das Geld, das ich beim Essen eingespart habe, habe ich jedenfalls wieder angelegt. Nach einem äußerst befriedigenden Einkaufsbummel ging ich mit Tüten bepackt über die Place Massena Richtung Altstadt, auf der Suche nach einem Souvenir für meine Schwester, die zurzeit meine Katzen und den Garten versorgt. Ich landete wieder mal in Gassen, die ich noch nicht kannte und fand auf einem kleinen Platz einen Künstlermarkt. Vielleicht gab es ja hier etwas Schönes zu entdecken, das hier aus der Gegend kam und nicht Made in China war? Ich landete bei einem Stand mit wunderschöner Töpferware, in leuchtenden Farben glasiert. Keramik 1Das wäre schön, dachte ich, als mich die Frau, die den Stand betrieb, auf Französisch ansprach. Meine Französischkenntnisse sind bekanntermaßen eher solala, ich verstehe zwar immer, was die Leute von mir wollen, aber leider enthält mein Speicher nur noch wenig Vokabular, sodass ich nie antworten kann. Sie wechselte ins Englische und dann ins Deutsche. Es stellte sich heraus, dass sie die Keramik selbst herstellt und ursprünglich aus Hamburg kommt. Silke lebt seit 26 Jahren in Antibes und hat einen Laden für Bademoden http://www.flowers-sea-and-sun.com in Antibes, wo sie ihre eigene Kollektion verkauft. Ihre Töpfersachen verkauft sie ab und zu auf Märkten, der Markt in Nizza ist nur alle vier Wochen, Glück gehabt! Ich erstehe ein Geschenk meine Schwester und eine wunderschöne Karaffe für mich. Nach einem kleinen Plausch mit Silke mache ich mich, beladen wie ich bin, auf den Heimweg. Am Place Garibaldi muss ich eine Pause einlegen, es ist zwar schön auf den hohen Plateaus zu gehen aber so langsam wird es Zeit für die Flip-Flops, die ich in weiser Voraussicht eingepackt habe! CAM01217
CAM01218So lässt sich der Anstieg auf „meinen Berg“ auch besser bewältigen. CAM01227
Ich schaffe es, mit allen meinen Schätzen heil anzukommen und habe sogar noch genügend Energie, gleich wieder loszugehen, um noch schnell im Intermarché Milch und Obst zu holen. Denn ohne meinen Milchkaffee kann ich den morgigen Sonntag nicht beginnen. Kurzfristig habe ich überlegt, ob ich den Weg mit einem „Velo Bleu“ zurücklegen soll, aber ich bin nicht sicher, ob ich verstehen würde, wir man das Rad aus der Verankerung und wieder zurück bekommt. Jedenfalls ist es schön, dass die Stadt an sehr vielen Plätzen diese Fahrräder zum Leihen hingestellt hat.CAM01213 Ich gehe also ein weiteres Mal meinen Weg zu Fuß. Damit habe ich mein Laufpensum für heute auch erledigt, mein innerer Schrittzähler schätzt den Tag heute auf etwa sechs Kilometer. Das ist zwar nicht der Jakobsweg, aber eine fast hundertprozentige Steigerung zu den Strecken, die ich üblicherweise zuhause zu Fuß erledige! Morgen werde ich auf jeden Fall gleich den neu erstandenen Bikini einweihen, so viel steht fest!
à bientôt!

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